Verdeckte Gewinnausschüttung

Nach § 8 Abs. 3 KStG mindert eine Verdeckte Gewinnausschüttung das steuerpflichtige Einkommen einer Kapitalgesellschaft nicht. In Höhe ihres gemeinen Werts ist die verdeckte Gewinnausschüttung dem Einkommen der Kapitalgesellschaft - also insbesondere bei der GmbH und bei der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) - außerbilanziell wieder hinzuzurechnen.

Verdeckte Gewinnausschüttung

Eine Verdeckte Gewinnausschüttung ist gem. § 8 Abs. 3 KStG

  • eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung,
  • die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist,
  • sich auf die Höhe des Einkommens der GmbH auswirkt und
  • nicht auf einem den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften entsprechenden Gewinnverteilungsbeschluss beruht.

Eine Verdeckte Gewinnausschüttung wird in erster Linie durch besondere Fallgruppen definiert, die immer wieder die Finanzgerichte und den BFH beschäftigt haben:

  • eine unangemessen hohes Geschäftsführergehalt,
  • ein zinsloses oder außergewöhnlich zinsgünstiges Darlehen an Gesellschafter,
  • überhöhter Zinssatz bei Darlehen der Gesellschafter an die GmbH,
  • unübliche Preisgestaltung bei Geschäften zwischen GmbH und Gesellschafter,
  • unübliche Gestaltung bei Vermietung von Gegenständen,
  • Verzicht der GmbH auf Rechte gegenüber Gesellschaftern.

Besonders tragisch ist die Verdeckte Gewinnausschüttung an einen beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer oder einen nahen Angehörigen infolge einer fehlenden schriftlichen Vereinbarung zwischen Gesellschafter und GmbH.

Verdeckte Gewinnausschüttung bei juristischen Personen

Eine Verdeckte Gewinnausschüttung im Sinne des § 8 Abs. 3 KStG kann nur bei folgenden juristischen Personen vorliegen. Hierzu gehören:

  • Kapitalgesellschaften und Genossenschaften,
  • Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit,
  • Realgemeinden und Vereine und
  • Betriebe gewerblicher Art juristischer Personen des öffentlichen Rechts.

Eine Verdeckte Gewinnausschüttung setzt stets voraus, dass zwischen der Gesellschaft bzw. der Körperschaft und dem Empfänger der Verdeckten Gewinnausschüttung ein mitgliedschaftliches oder zumindest mitgliedschaftähnliches Verhältnis vorliegt, das dem Empfänger den notwendigen Einfluss auf die Körperschaft gewährt. Bei der GmbH oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist das die Kapitalbeteiligung des Gesellschafters, das die entsprechenden Rechte in der Gesellschafterversammlung der GmbH vermittelt.


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