Steueranmeldung und Steuererklärung

Selbständige Freiberufler und Unternehmen müssen während und nach Ablauf eines Wirtschaftsjahres diverse Steuervoranmeldungen und Jahressteuererklärungen an das Finanzamt übermitteln.

Dies betrifft neben der Einkommensteuer in erster Linie die Steuerarten Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Lohnsteuer und Umsatzsteuer.

1. Steueranmeldungen während des Wirtschaftsjahres

a) Umsatzsteuervoranmeldungen

Im Rahmen der Umsatzsteuer muss ein Unternehmer gem. § 18 Abs. 1 UStG nach Ablauf eines Voranmeldungszeitraums auf elektronischem Weg eine Umsatzsteuer-Voranmeldung  an das zuständige Finanzamt übermitteln. Auf Antrag ist zur Vermeidung von unbilligen Härten ein Verzicht auf die elektronische Übermittlung möglich.

In diesen Umsatzsteuer-Voranmeldungen errechnet der Unternehmer die zu zahlende Umsatzsteuer selbst und führt die errechnete Steuerschuld als Vorauszahlung an das Finanzamt ab. Die Vorauszahlung ist zehn Tage nach Ende des Voranmeldungszeitraums fällig, also in der Regel am Zehnten des folgenden Monats, also z.B. spätestens am 10. August für die Umsatzsteuervoranmeldung des Monats Juli. Eine Verlängerung der Abgabefrist ist mittels eines Antrages auf Dauerfristverlängerung durch eine entsprechende Sondervorauszahlung (= 1/11 der Vorauszahlungen des Vorjahres) zu Beginn des Wirtschaftsjahres möglich.

Der Voranmeldungszeitraum ist nach Existenzgründung für die ersten zwei Jahre in der Regel der Kalendermonat, später das Kalendervierteljahr (= Quartal). Übersteigen die jährlichen Umsatzsteuervorauszahlungen des Unternehmens den in § 18 Abs. 2 UStG definierten Betrag, muss die Übermittlung der Umsatzsteuer-Voranmeldungen und die entsprechende Vorauszahlung monatlich erfolgen. Betrug die zu zahlende Umsatzsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 1.000,-- Euro (Stand 03/2014), kann das Finanzamt den Unternehmer von der Verpflichtung zur Abgabe der Voranmeldungen und Entrichtung der Vorauszahlungen befreien.

Tipp:

Mit dem Programm Winston können Unternehmer ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen über das Internet bei ihrem zuständigen Finanzamt einreichen.

b) Lohnsteueranmeldungen

Beschäftigt der Freiberufler oder das Unternehmen eigene Mitarbeiter, ist die von den Gehältern bzw. Löhnen einzubehaltende Lohnsteuer, Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag im Rahmen von Lohnsteueranmeldungen ebenfalls auf elektronischem Weg beim zuständigen Finanzamt anzumelden und abzuführen. Voranmeldungszeitraum und Fälligkeit der abzuführenden Lohnsteuer (incl. SolZ und Kirchensteuer) ergeben sich gem. § 41a Abs. 1 EStG aus folgender Übersicht:

Summe der Lohnsteuer im Vorjahr Anmeldungs-zeitraum
Anmeldung und Zahlung bis zum
bis 1.000,-- Euro jährlich 10.1. des Folgejahres
ab 1.000,-- Euro vierteljährlich 10.1./10.4./10.7./10.10 des laufenden Jahres
bis 4.000,-- Euro    
ab 4.000,-- Euro monatlich 10. des folgenden Monats

Ist der 10. kein Arbeitstag, so ist die Lohnsteuer-Anmeldung auch noch fristgerecht eingereicht, wenn sie am nächsten Arbeitstag beim Finanzamt eingeht.

Tipp:

Mit dem Programm Winston können Arbeitgeber die Lohnsteuer-Anmeldungen über das Internet beim zuständigen Finanzamt einreichen.

2. Jahressteuererklärungen

Nach Ablauf des Wirtschaftsjahres müssen selbständige Freiberufler und Unternehmen zahlreiche Steuererklärungen bei ihrem zuständigen Finanzamt einreichen. Dies betrifft neben der Einkommensteuer (bzw. Körperschaftsteuer bei Kapitalgesellschaften) vor allem die Steuerarten Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. In den Jahressteuererklärungen sind alle Geschäftsvorfälle während des abgelaufenen Wirtschaftsjahres zusammenzufassen.

Wer welche Jahressteuererklärungen abzugeben hat, ergibt sich aus folgender Übersicht:

Steuererklärung für Einzelunter-nehmen
Freiberufler GbR, KG, OHG, GmbH & Co. KG GmbH, UG, AG, Ltd.
Einkommensteuer + +    
einheitliche und gesonderte Feststellung     +  
Körperschaftsteuer       +
Gewerbesteuer +   + +
Umsatzsteuer + + + +
Kapitalertragsteuer       +

Seit 2005 ist bei einer Einnahmen-Überschußrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG der amtliche Vordruck EÜR zu benutzen, wenn die Betriebseinnahmen über EUR 17.500,-- liegen.


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