GmbH

Die GmbH ist als juristische Person und als Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtsfähigkeit vor allem wegen der Möglichkeit der Haftungsbeschränkung sehr interessant.

Inhalt:

1. Wesentliche Merkmale der GmbH
2. Gründung der GmbH
3. Stammkapital und Haftungsbeschränkung der GmbH
4. Firmierung der GmbH
5. Organe der GmbH
6. Rechnungslegung, Prüfung und Publizität der GmbH
7. Besteuerung der GmbH

Die GmbH ist eine Handelsgesellschaft kraft Rechtform und kann zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck gegründet werden. Für die Verbindlichkeiten der GmbH haftet grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen der GmbH selbst. Eine persönliche Haftung der Geschäftsführer bzw. der Gesellschafter ist die Ausnahme, aber trotz Haftungsbeschränkung auch beim Einsatz einer GmbH möglich.  

1. Wesentliche Merkmale der GmbH

Zur Gründung einer GmbH ist eine Person ausreichend, wobei diese dann in der Regel zugleich die Position der Geschäftsführung und der Gesellschafterversammlung wahrnimmt. Eine GmbH kann zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck errichtet werden. Das Bestehen der GmbH ist von dem Bestand der Gesellschafter weitestgehend unabhängig, d.h. die GmbH besteht als solche unverändert fort, auch wenn sich der Bestand der Gesellschafter verändert oder erweitert.

2. Gründung der GmbH

Für die Gründung einer GmbH ist ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag (= Satzung) Voraussetzung, welcher mindestens folgende Punkte regeln muss:

  • Firma und Sitz der Gesellschaft,
  • Unternehmensgegenstand,
  • Betrag der Stammeinlagen,
  • Einlagen der Gesellschafter und deren Aufteilung.

Das Stammkapital der GmbH muss mindestens EUR 25.000,00 betragen. Sofern an der Gründung der Gesellschaft jedoch mindestens zwei Personen beteiligt sind, muss bei der Anmeldung der Gesellschaft zum Handelsregister nur 1/4, mindestens EUR 12.500,00 eingezahlt sein.

Die GmbH entsteht zivilrechtlich erst mit der Eintragung ins Handelsregister und durchläuft bis dahin unterschiedliche Phasen. Von der Beurkundung des Gesellschaftsvertrages bis zur Eintragung handelt es sich um eine Vorgesellschaft, quasi um eine GmbH in Gründung. Im Rechtsverkehr tritt die GmbH daher mit einem auf das Gründungsstadium hinweisenden Zusatz "in Gründung" oder "i.G." auf. Zwischen der Vorgesellschaft und der späteren GmbH besteht jedoch insoweit eine Identität, dass mit der Eintragung alle Rechten und Pflichten der Vorgesellschaft auf die GmbH übergehen.

Etwas anderes gilt für die Vorgründungsgesellschaft, womit der rechtliche Zustand von dem Gründungsbeschluss der Gründergesellschafter bis zum Abschluss des Gesellschaftsvertrages bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss mehrerer Personen zur Gründung einer GmbH, somit um den Regelfall einer GbR mit den entsprechenden Rechtsfolgen. Zu nennen sind hier insbesondere die möglichen Haftungsfolgen, so dass daher die Aufnahme der Geschäfte nach außen bis zum Abschluss des Gesellschaftsvertrages unterbleiben sollte.

Aufgrund der formalen Anforderungen sind die Gründungskosten einer GmbH vergleichsweise hoch, da mindestens ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag und ein Geschäftsführervertrag anzufertigen sind. Hinzukommen die Kosten für die notarielle Beurkundung. Weitere Kosten fallen für die Eintragung der GmbH ins Handelsregister und deren zwingende Veröffentlichung an.

3. Stammkapital und Haftungsbeschränkung

Wie eingangs erwähnt, ist die Besonderheit der GmbH die Möglichkeit der Haftungsbeschränkung auf das vorhandene Kapital der Gesellschaft. Eine Haftung der Gesellschafter ist nur in ganz bestimmten Einzelfällen gegeben. Als Ausgleich hierfür ist für die Gründung einer GmbH ein Mindestkapital in Höhe von EUR 25.000,00 erforderlich. Ferner gibt es zahlreiche Regeln zur Kapitalerhaltung.

4. Firmierung der GmbH

Die GmbH wird unabhängig von der Art des Unternehmensgegenstandes stets als Handelsgesellschaft qualifiziert, so dass sie handelsrechtlich immer als Kaufmann kraft Form angesehen wird.

Die Firmenbezeichnung der GmbH kann als Personen-, Sach- oder Fantasiebezeichnung gestaltet werden, wobei der Firmenname stets einen Zusatz der Gesellschaftsform enthalten muss, wie "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" oder "GmbH".

5. Organe der GmbH

Als juristische Person besitzt die GmbH stets mindestens zwei Organe. Als Geschäftsführungs- und Vertretungsorgan fungiert die Geschäftsführung oder der Geschäftsführer der Gesellschaft, der in dieser Funktion dem Gesetz und der Satzung der Gesellschaft sowie den Weisungen der Gesellschafter unterliegt. Als oberster Organ der Gesellschaft obliegt es den Gesellschaftern in den Gesellschafterversammlungen, die grundlegenden Leitlinien der Geschäftsführung festzulegen, den Jahresabschluss und die Ergebnisverwendung, die Geschäftsführer zu bestellen oder abzuberufen und schließlich die Geschäftsführung zu prüfen und zu überwachen. Je nach Größe und Notwendigkeit kann oder muss zusätzlich ein Aufsichtsrat gebildet werden. Wahlweise kann zusätzlich ein Beirat gebildet werden.

6. Rechnungslegung, Prüfung und Publizität

Als Kaufmann kraft Form ist die GmbH buchführungspflichtig und die Rechnungslegungspflicht umfasst neben der Erstellung einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung nach den besonderen Vorschriften der §§ 264 ff HGB auch die Anfertigung eines Anhangs und eines Lageberichts.

Allerdings bestehen bei der Erstellung des Jahresabschlusses größenabhängige Erleichterungen. So können kleine Kapitalgesellschaften gem. § 267 HGB eine verkürzte Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen. Bestimmte Angaben im Anhang sind nicht erforderlich und ein Lagebericht muss ingesamt nicht erstellt werden.

Für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften besteht dagegen eine gesetzliche Prüfungspflicht, d.h. hier muss der aufgestellte Jahresabschluss durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft werden.

Entsprechend gelten für Kapitalgesellschaften auch größenabhängige Offenlegungspflichten bezüglich des Jahresabschluss. Kleine Kapitalgesellschaften brauchen nur Bilanz und den Anhang beim Handelsregister einreichen. Bei mittelgroßen Kapitalgesellschaften ertreckt sich die Offenlegungspflicht auf Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht. Große Kapitalgesellschaft müssen diese Unterlagen zusätzlich noch im Bundesanzeiger veröffentlichen.

7. Besteuerung der GmbH

Auch im Steuerrecht ist die GmbH vollständig verselbständigt. Dies bedeutet, dass die GmbH in allen Steuerarten unmittelbar selbst und in vollem Umfang Steuersubjekt ist.

Die GmbH unterliegt mit ihren Einkünften der Körperschaftsteuer und dem dazu gehörigen Solidaritätszuschlag. Der Körperschaftsteuersatz beträgt aktuell 15 %. Hiervon werden für den Solidaritätszuschlag nochmals 5,5 % berechnet.

Für die Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer ist die GmbH ebenfalls unmittelbar selbst und in vollem Umfang Steuersubjekt.

Leistungsbeziehungen zwischen GmbH und ihren Gesellschafter werden grundsätzlich anerkannt. Besondere Vorsicht und Beratung ist jedoch dann erforderlich, wenn es sich um Leistungsbeziehungen zwischen der GmbH und beherrschenden Gesellschaftern bzw. deren Familienangehörigen handelt. Zur Vermeidung erheblicher steuerlicher Nachteile ist in diesen Fällen unbedingt darauf zu achten, dass im voraus eine zivilrechtlich wirksame, klare und schriftliche Vereinbarung geschlossen wird und diese auch in jedem Einzelfall konkret umgesetzt wird. Tatsächliche Abweichungen von der vorherigen Vereinbarungen sind schädlich. Falls eine solche Vereinbarung nicht vorliegt oder eine entsprechende Vereinbarung nicht konkret umgesetzt wird, müssen sämtliche Zahlungen der GmbH an den beherrschenden Gesellschafter bzw. dessen Familienangehörige dem körperschaftsteuer- und gewerbesteuerpflichtigen Einkommen hinzugerechnet werden (= sog. verdeckte Gewinnausschüttungen).

Seit dem Veranlagungszeitraum 2001 gilt das sogenannte Halbeinkünfteverfahren. Gewinnausschüttungen der GmbH an die Gesellschafter müssen auf Ebene der Gesellschafter nur zur Hälfte versteuert werden. Allerdings werden die Aufwendungen der Gesellschafter für die Beteiligung an der GmbH auch nur zur Hälfte steuerlich berücksichtigt. Dies betrifft insbesondere den Fall, dass die zu erbringende Kapitaleinlage in die GmbH durch zinspflichtige Darlehen finanziert wurde.


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