Die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG

Kleinunternehmer können auf Basis der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG auf die Erhebung von Umsatzsteuer verzichten, sind aber im Gegenzug vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Die Kleinunternehmerregelung gewährt ein Wahlrecht, das in der Regel auf Anfrage des Finanzamts zu Beginn der Selbständigkeit ausgeübt wird. Da Kleinunternehmer an diese Entscheidung für 5 Jahre gebunden sind, ist die Kenntnis der Vor- und Nachteile der Kleinunternehmerregelung sehr wichtig. 

Inhalt:

1. Grundsatz der Kleinunternehmerregelung
2. Kleinunternehmerregelung als Wahlrecht
3. Voraussetzungen der Kleinunternehmerregelung
4. Rechtsfolgen der Kleinunternehmerregelung
5. Ordnungsgemäße Rechnung

Zweck der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG ist die Gleichstellung der Kleinunternehmer mit Nichtunternehmern auf deren ausdrücklichen Wunsch. Das Ziel ist die Verwaltungsvereinfachung beim Kleinunternehmer, der eine gewisse Umsatzgrenze nicht überschreitet.  

1. Grundsatz der Kleinunternehmerregelung

Grundsätzlich werden Kleinunternehmer mit geringen Umsätzen aus Vereinfachungsgründen wie Nichtunternehmer behandelt. Dies bedeutet in der praktischen Anwendung der Kleinunternehmerregelung, dass  

  • Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen dürfen,
  • kein Recht zum Vorsteuerabzug aus Eingangsrechnungen besteht und
  • daher keine Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben sind.

Die rechtliche Grundlage für die Kleinunternehmerregelung findet man in § 19 UStG.

2. Kleinunternehmerregelung als Wahlrecht

Bei der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG handelt es sich um ein Wahlrecht, das durch den Kleinunternehmer in der Regel zu Beginn der Selbständigkeit im Rahmen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung gegenüber dem Finanzamt ausgeübt wird. Verzichtet ein Unternehmer hier auf die Anwendung der Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht, ist er allerdings für fünf Kalenderjahre daran gebunden.

3. Voraussetzungen für die Anwendung

Voraussetzung für die Anwendung der Kleinunternehmerregelung (im laufenden Geschäftsjahr) ist, dass die nachfolgenden Umsatzgrenzen im vorangegangenen Geschäftsjahr nicht überschritten wurden bzw. im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich nicht überschritten werden. Der Kleinunternehmer muss gegenüber dem Finanzamt jährlich nachweisen, dass der

  • Umsatz im Vorjahr nicht höher war als 17.500,00 EUR und
  • der Umsatz im laufenden Jahr nicht höher sein wird als 50.000,00 EUR.

Die Einhaltung dieser Voraussetzungen muss der Kleinunternehmer durch jährliche Umsatzsteuererklärung gegenüber dem Finanzamt nachweisen.

4. Rechtsfolgen der Kleinunternehmerregelung

Kleinunternehmer dürfen bei Ausübung der Option zur Kleinunternehmerregelung in ihren Ausgangsrechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Auch auf Kleinbetragsrechnungen darf kein Umsatzsteuersatz angegeben werden. Demgegenüber muss auf der Rechnung des Kleinunternehmers ein ausdrücklicher Hinweis auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung enthalten sein.

5. Ordnungsgemäße Rechnung

Im Übrigen gelten auch für Kleinunternehmer die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Bestandteile einer ordnungsgemäßen Rechnung. Insbesondere müssen auch Kleinunternehmer die Steuernummer oder eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer auf ihren Rechnungen sowie eine fortlaufende Rechnungsnummer angeben. Darüber hinaus ergeben sich natürlich aus der Anwendung der Kleinunternehmerregelung auch Besonderheiten für das Erscheinungsbild einer Rechnung (Musterrechnung). 


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