KfW Gründungsmonitor 2009

Der KfW-Gründungsmonitor 2009 ist im Juni 2009 veröffentlicht worden. Der KfW-Gründungsmonitor ist eine sehr wichtige Informationsquelle zur Zahl und Qualität der Existenzgründungen in Deutschland, da amtliche Erhebungen mit Bezug zum Thema Existenzgründung nahezu fehlen. Als Existenzgründer gelten diejenigen Personen, die in vorangegangenen 12 Monaten eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit im Voll- oder Nebenerwerb begonnen haben. Die Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors beruhen auf einem Fragenkatalog mit derzeit über 40 Fragen zu zahlreichen Aspekten der Existenzgründung. Schwerpunkt des KfW-Gründungsmonitors ist der Einfluss der Existenzgründungen auf die Zahl der Beschäftigung in Deutschland und die Bestandsfestigkeit der Gründungen. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Finanzierungsstruktur und etwaige Schwierigkeiten der Existenzgründer bei der Finanzierung der Existenzgründung.

Der KfW-Gründungsmonitor 2009 befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Gründungsgeschehen in Deutschland in 2008. Auf Basis der bereits vorliegenden Untersuchungen in den letzten Jahren werden auch Vergleiche zwischen 2008 und früheren Jahren gezogen. Die in 2008 beginnende Finanz- und Wirtschaftskrise hatte bereits 2008 Einfluss auf den Arbeitsmarkt.

2008 haben 797.000 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren eine selbstständige Tätigkeit im Voll- oder Nebenerwerb als Neugründung, Übernahme eines bestehenden Unternehmen oder einer Beteiligung an einem bestehenden Unternehmen begonnen. Damit hat sich der in den letzten Jahren zu beobachtende Abwärtstrend leider fortgesetzt und ist auf einem neuen Tiefpunkt angekommen.

Über 20% der Existenzgründer kommen aus der Arbeitslosigkeit. Insbesondere Langzeitsarbeitslose tragen zu über einem Drittel die Zahl der Vollerwerbsgründungen. Dieser Trend wird sich in 2009 sicher fortsetzen und möglicherweise auch beschleunigen. Umso wichtiger ist die Kenntnis der Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit hinsichtlich der Förderung arbeitsloser Existenzgründer mittels Gründungszuschuss und Einstiegsgeld. Ein Gründungsboom wie in den Jahren 2003 und 2004 wird jedoch nicht erwartet.

Der mittlere Bruttobeschäftigungseffekt einer Neugründung beträgt 1,6 vollzeitäquivalente Stellen im Voll- und 0,25 vollzeitäquivalente Stellen im Nebenerwerb und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht gefallen. In absoluten Zahlen generierten Existenzgründer in 2008 449.000 Vollzeitstellen für Mitarbeiter.

Die schlechte Nachricht ist, dass etwa 1/4 bis zum 1/3 der Existenzgründer spätestens nach drei Jahren wieder schließen müssen. Eine vorangegangene Selbstständigkeit, eine freiberufliche Gründung oder der Einsatz finanzieller Mittel über 25.000 EUR erhöht die Erfolgsaussichten der Existenzgründung signifikant. Existenzgründungen im Team ohne Mitarbeiter oder ohne Einsatz finanzieller Mittel haben dagegen kaum Aussichten auf Erfolg.

Während die meisten Existenzgründungen kleine und kleinste Projekte mit geringem Finanzierungsbedarf betreffen, ist der Anteil der Existenzgründer mit finanziellem Mitteleinsatz deutlich angestiegen. Das gleiche gilt für Projekte, die mit größerer finanzieller Finanzierung von dritter Seite ins Leben gerufen wurden, hat zugenommen. Es ist jedoch erkennbar, dass immer mehr Existenzgründer ausschließlich eigene Mittel und immer weniger Gründer auch externe Finanzierungsquellen nutzen. Dies hängt nach Angaben der Studie auch damit zusammen, dass etwa 17 % aller Gründer auf Schwierigkeiten bei der Finanzierung ihres Projekt gestoßen sind. Die meist genannte Ursache waren fehlende Eigenmittel bzw. Sicherheiten.





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