Existenzgründung Phase 2: Planen und analysieren

Nachdem Sie in der 1. Phase der Existenzgründung den Unternehmertest erfolgreich durchlaufen haben und auch ein neutraler Existenzgründungsberater das Vorhaben positiv beurteilt hat, wird die

Geschäftsidee genauer unter die Lupe genommen. 

Die Geschäftsidee ist das Kapital des Existenzgründer, mit dem zukünftig der Lebensunterhalt verdient werden soll. In diesem Stadium wissen wir zwar bereits, dass die Geschäftsidee ausreichendes Potential hat, um darauf eine Existenzgründung aufzubauen. Viele andere Fragen und Einzelheiten müssen jedoch in dieser Phase der Existenzgründung noch geklärt werden. Wenn Sie so wollen, arbeiten Sie in dieser Phase bereits am Grundgerüst eines zukünftigen Businessplan.

 

1. Schriftliche Dokumentation der Geschäftsidee

Immer wieder höre ich hier den Einwand: "Warum soll ich alles aufschreiben, was mir ohnehin klar ist?". Hierauf ist ganz einfach zu beantworten, dass Sie Ihre Geschäftsidee erst dann richtig durchdacht und verstanden haben, wenn Sie die wesentlichen Elemente des zukünftigen Unternehmensgegenstand schriftlich niedergelegt haben. Es ist bereits in vielen Bereichen bewiesen worden, dass eine richtige Durchdringung eines Themas nur durch eine schriftliche Dokumentation gelingen kann.

In diesem Stadium kommt es noch nicht auf die Form an. Lassen Sie Ihrer Phantasie und Ihrer Eingebung also vollen Lauf. Machen Sie eine Art Brainstorming. In diesem Stadium wird noch nicht bewertet. Es geht nur darum, sich selbst über den Umfang und die wesentlichen Elemente des Unternehmensgegenstand klar zu werden. 

Die Analyse der Geschäftsidee konzentriert sich dabei auf folgende Fragen:

  • Wer sind die zukünftigen Kunden?
  • Erfüllt Ihr Produkt oder Ihr Angebot die Wünsche Ihrer Kunden?
  • Wer sind die zukünftigen Konkurrenten?
  • Was sind die Stärken und Schwächen Ihrer Konkurrenten?
  • Warum ist Ihre Geschäftsidee besser als das Angebot Ihrer Konkurrenten?
  • Welchen Standort benötigt das zukünftige Unternehmen?
  • Gibt es besondere Anforderungen an den Standort des Unternehmen?
  • Wer sind die zukünftigen Lieferanten?
  • Welche Rechtsformen sind für das Vorhaben geeignet?
  • Benötigen Sie Personal?
  • Welchen Preis wollen Sie mit Ihrem Produkt erzielen?
  • Wie wollen Sie das Produkt vertreiben?
  • Auf welche Werbeformen wollen Sie setzen?
  • Welche Risiken bestehen bei der Existenzgründung?
  • Welche Chancen bestehen bei der Existenzgründung?

2. Ermittlung des Finanzbedarf

Zur groben Ermittlung des Finanzbedarf für die Existenzgründung machen Sie zunächst eine Aufstellung aller kurz- und langfristigen Kosten, die Sie im Rahmen der Selbständigkeit zu erwarten haben. Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass bereits hier sehr viele Fehler gemacht werden, weil der Finanzbedarf von Anfang unrealistisch beurteilt worden ist oder nicht alle Kostenfaktoren berücksichtigt wurden. Wer sich hier unsicher fühlt oder noch nicht die notwendige Branchenerfahrung besitzt, tut gut daran, sich in diesem Sektor ausführlich beraten zu lassen.

Im Anschluß daran prüfen Sie gewissenhaft, wie viel Eigenkapital Ihnen selbst zur Verfügung steht oder aus privaten Quellen generiert werden kann.  In aller Regel wird der Finanzierungsbedarf größer sein als die Eigenmittel.

Die Differenz zwischen Finanzierungsbedarf und Eigenmittel ist durch Zuschüsse, Förderprogramme, Existenzgründerdarlehen und Finanzierungsdarlehen zu decken und zwar in dieser Reihenfolge.





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