KfW Gründungsmonitor 2008
Der KfW- Gründungsmonitor ist nach wie vor die maßgebende Informationsquelle zum Gründungsgeschehen in Deutschland und wird jährlich erstellt. Die Daten beruhen auf einer telefonischen Befragung von 40.000 Existenzgründern in Deutschland. Als Gründer gelten die Personen, die in den vorangegangenen 12 Monaten eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit im Voll- oder Nebenerwerb begonnen haben. Der KfW- Gründungsmonitor 2008 beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Daten zum Gründungsgeschehen in Deutschland im Jahr 2007.
1. Kernaussagen
a) Gründungsgeschehen hat niedrigstes Nivaeau erreicht
Das Gründungsgeschehen in Deutschland ist mit 859.000 Gründern in 2007 auf einen Tiefstand angelangt. Dies gilt sowohl für den Vollerwerb mit 315.000 als auch für den Nebenerwerb mit 544.000 Gründern und sowohl für Westdeutschland mit 726.000 als auch für Ostdeutschland mit 137.000 Gründern.
b) Konvergenz des Gründungsgeschehens in West- und Ostdeutschland
Es liegen deutliche Anzeichen für eine Konvergenz des Gründungsgeschehens in West- und Ostdeutschland vor. Die Vollerwerbsgründerquoten befinden sich mittlerweile mit 0,62 % im Westen und 0,57 % im Osten auf fast dem gleichen Niveau
c) Hinweise auf eine Qualitätsvervesserung der Gründungen
Der mittlere Brutto-Beschäftigungseffekt einer Neugründung beträgt 1,9 vollzeitäquivalente Stellen im Voll- und 0,3 vollzeitäquivalente Stellen im Nebenerwerb. Die Vorjahreswerte in 2006 lagen nur bei 1,5 bzw. 0,2 Stellen. Dies deutet auf eine Qualitätsverbesserung der realisierten Gründungsprojekte hin. Absolut war der Bruttobeschäftigungseffekt der Neugründungen im Jahr 2007 mit 455.000 Vollzeitstellen jedoch als im Vorjahr.
d) Kleine und kleinste Gründer dominieren das Gründungsgeschehen
Nach wie vor dominieren die kleinen und kleinsten Gründungsprojekte. Der finanzielle Mittelbedarf der Gründer liegt bei über 86 % im Mikrobereich, d. h. unter 25.000 EUR. 71 % der Gründer beschäftigen keine Mitarbeiter und arbeiten auch ohne Teampartner.
e) Arbeitslose haben eine höhere Abbruchrate
Die Abbruchrate liegt bei Gründern aus der Arbeitslosigkeit mit 41 % noch bedeutend höher als bei den übrigen Gründern. Eine (frühere) Arbeitslosigkeit des Gründers st somit ein negativer Indikator der Überlebenswahrscheinlichkeit eines Gründungsprojekts.
f) Erfolgsfaktoren einer Gründung sind vielfältig
Neben den Persönlichkeitsmerkmalen wie Geschlecht, Alter nationale Herkunft, Berufsabschluss und Erwerbsstatus vor Selbstständigkeit haben auch Merkmale wie Veränderungsbereitschaft, Überzeugungskraft, berufliche Leistungsbereitschaft und Kreativität bedeutenden Einfluss auf den Erfolg des Gründungsprojekt.
2. Detailergebnisse
a) Rückgang betrifft Ost und West
West- und Ostdeutschland sind vom starken Rückgang der Gründungen gleichermaßen betroffen – Ostdeutschland jedoch noch etwas stärker. Im Westen sank die Zahl der Gründer um 17 %, im Osten um 35 %. Besonders ausgeprägt ist die Abnahme der Vollerwerbsgründer in Ostdeutschland.
b) Einfluss der Gründerpersönlichkeit auf Gründungsentscheidung
Existenzgründer beurteilen ihr Umfeld in der Regel positiver als Nicht- Gründer und verbinden mit der Selbständikeit insgesamt eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Gründer zeichnen sich insbesondere auch durch die folgenden Merkmale aus:
- größere Risikotoleran,
- höhere Leistungsbereitschaft,
- größere Aufgeschlossenheit gegenüber Veränderungen,
- stärker ausgeprägte kognitive Fähigkeiten und
- größere Überzeugungskraft sowie
- ein höheres Maß an Kreativität.
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