Finanzielle Fördermittel für Existenzgründer

Existenzgründer und junge Unternehmer können derzeit auf ca. 250 Initiativen und Angebote zur finanziellen Förderung einer Existenzgründung und der anschließenden Startphase zugreifen, die in die Bereiche Beratung und Coaching, Workshops, Wettbewerbe und Finanzierung gliedern lassen. Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick über einige Förderprogramme und Finanzierungshilfen.

Inhalt:

  1. Allgemeine Hinweise für Existenzgründer
  2. Beratung vor der Gründung
  3. EXIST- Gründerstipendium
  4. EXIST- Forschungstransfer
  5. Gründungszuschuss und Einstiegsgeld
  6. Beratungszuschuss für Existenzgründer
  7. Coaching nach der Existenzgründung
  8. Beratung nach Existenzgründung

Zur finanziellen Unterstützung der Existenzgründer in Deutschland werden jährlich mehrere Milliarden Euro für Beratung und Coaching, Workshops und Finanzierungshilfen in Form von zinsgünstigen Darlehen öffentlicher Banken, Investitionen staatlicher Fonds, Hilfen für den Lebensunterhalt und für die soziale Absicherung oder für Unternehmensberatung ausgegeben. Besonders begehrt sind die Zuschüsse für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

1. Allgemeine Hinweise für Existenzgründer

In den meisten Fällen wird vor Ausgabe der Fördermittel an einen Existenzgründer dessen/deren Antrag und Businessplan sehr genau geprüft und diese Prüfung kann dauern. Umso früher Existenzgründer sich also mit einem Zuschuss zur Unternehmensgründung befassen, desto aussichtsreicher sind die Chancen auf eine tatsächliche Unterstützung. In der Regel sind die Förderprogramme für Existenzgründer davon abhängig, dass der Antrag vor der konkreten Maßnahme gestellt wird. Ansprechpartner für weitergehende Informationen finden Existenzgründer auch bei Handels- und Handwerkskammern, Fachverbänden, regionalen oder städtischen Wirtschaftsfördergesellschaften oder Hochschulen.

Achtung: Öffentliche Förderprogramme bezuschussen in der Regel nur eine Vollzeitgründung.

2. Beratung vor der Gründung

Die meisten Bundesländer Deutschlands bieten

  • finanzielle Zuschüsse für eine Beratung durch einen professionellen Gründungs- bzw. Unternehmensberater oder
  • betreiben vergleichbare Einrichtungen, wo sich potentielle Existenzgründer kostenfrei beraten lassen können.

Da eine professionelle Beratung die Erfolgsaussichten einer Existenzgründung be­trächt­lich erhöht, unterstützen die meisten Bundesländer Gründungsinteressierte und potentielle Unter­nehmens­nachfolger dabei, eine entsprechende Beratung in Anspruch zu nehmen, sofern diese vor der Gründung stattfindet. 

3. EXIST- Gründerstipendium

Wer sich als Student oder Absolvent einer Hochschule selbständig machen will, kann einen Antrag auf ein EXIST-Gründerstipendium stellen, und zwar bis zu 5 Jahre nach Beendigung des Studium oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit. Das EXIST-Gründerstipendium richtet sich daher vor allem an Existenzgründer in akademischen Berufen. Diese Existenzgründer erhalten aus dem EXIST-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft über ein Jahr lang bis zu EUR 2.500,00 pro Monat für Lebensunterhalt und die soziale Absicherung. Daneben gibt es für Existenzgründer Sachmittel für Investitionen und Beratung in Höhe von bis zu EUR 17.500,00. Die Einreichung eines Antrag auf ein EXIST- Gründerstipendium erfolgt über eine Hochschule oder ein Forschungsinstitut, wobei das Projekt von einem Professor betreut wird.

4. EXIST- Forschungstransfer

Das Bundesministerium für Wirtschaft fördert zusätzlich zum Gründerstipendium auch die Entwicklung neuer Forschungsvorhaben in der Bio-, Medizin- und Umwelttechnik. Mit dem EXIST-Forschungstransfer werden herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben gefördert, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Die jeweils besten Produktideen werden im Stadium der Entwicklungsarbeiten und der Konzeption des Businessplans voll bezuschusst. Im Anschluss daran kann der Existenzgründer für das neu entstandene Unternehmen und für die weitere Phase der Existenzgründung einen weiteren Zuschuss beantragen. Begleitend werden die Existenzgründer laufend durch professionelle Gründungs- oder Unternehmensberater trainiert und gefördert.

5. Gründungszuschuss und Einstiegsgeld

Die Bundesagentur für Arbeit gewährt arbeitslosen Existenzgründern entweder einen Gründungszuschuss oder ein Einstiegsgeld, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen. Der Gründungszuschuss steht dabei grundsätzlich Beziehern des Arbeitslosengeld I zu, das Einstiegsgeld Beziehern des Arbeitslosengeld II. 

a) Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss steht Beziehern und Anspruchsberechtigten des Arbeitslosengeld I offen. Die Förderdauer beträgt maximal 15 Monate. Für eine Dauer von 9 Monaten erhalten Existenzgründer einen Zuschuss in der Höhe des Arbeitslosengeld I und zusätzlich eine Pauschale von EUR 300,00 für die soziale Absicherung, verlängerbar um weitere 6 Monate. Eine der Voraussetzungen für den Bezug des Gründungszuschuss ist der Nachweis der Qualifizierung für eine berufliche Selbständigkeit in Form von besuchten Gründerseminaren und konkreter Berufserfahrung.

b) Einstiegsgeld

Das Einstiegsgeld erhalten Empfänger des Arbeitslosengeld II über die Arbeitsgemeinschaft (= ARGE) oder die Job-Agentur, sofern die Voraussetzungen für den Erhalt des Einstiegsgeld vorliegen. Das Einstiegsgeld wird maximal für 2 Jahre an arbeitslose Existenzgründer bezahlt, zusätzlich zum Arbeitslosengeld II. Die Höhe des Einstiegsgeldes beträgt maximal 100% der sogenannten Regelleistung des Arbeitslosengeld II. Gewinne aus dem Unternehmen werden mit dem Arbeitslosengeld II verrechnet.

6. Beratungszuschuss für Existenzgründer

Existenzgründer, die bereits mit einem Unternehmen gestartet sind, können bei der KfW Mittelstandsbank einen Antrag auf einen Beratungszuschuss stellen. Mit dem Beratungszuschuss werden bis zu 5 Jahre nach der Existenzgründung Kosten für Beratung bei Buchhaltung, im Rahmen des Steuerrechts und Verträgen bezuschusst, und zwar in einer Höhe bis zu 75% der entstandenen Kosten, maximal EUR 600,00 pro Tag und EUR 6.000,00 gesamt. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gibt Zuschüsse zu Beratungskosten, maximal 50% der entstandenen Kosten und maximal bis zu EUR 3.000,00

7. Coaching nach der Existenzgründung

Mit dem Förderprogramm "Gründercoaching Deutschland" bietet die KfW jungen Unternehmern und Freiberuflern direkt nach der Existenzgründung eine finanzielle Unterstützung eines sog. Gründungscoachings Je nach Region werden 50 % oder 75 % der Beratungskosten als Zuschuss gezahlt. Ein Gründercoaching ist vor allem dann sinnvoll, wenn es um eine Expansion des Unternehmens geht, die Finanzierung einer größeren Investition oder z.B. die Entwicklung einer Marketingstrategie.

8. Beratung nach Existenzgründung

Ähnlich wie das KfW bietet auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine finanzielle Förderung einer Beratung nach Existenzgründung an, sofern das Unternehmen bereits mindestens ein Jahr besteht.


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