Versicherungen

Versicherungen sind auch für Existenzgründer von Anfang an wichtig und einige sind sogar unverzichtbar, um die Existenz zu sichern und andererseits Vorsorge zu treffen für Krisenzeiten und das Alter. 

Inhalt:

1. Krankenversicherung
2. Pflegeversicherung
3. Berufsunfähigkeitsversicherung
4. Unfallversicherung
5. Lebens- und Rentenversicherung
6. Betriebliche Haftpflichtversicherungen
7. Betriebliche Sachversicherungen

Das Angebot an Versicherungen für Existenzgründer und für den Schutz des Unternehmens bzw. des selbständigen Unternehmers ist inzwischen unüberschaubar geworden. Doch welche Versicherungen sind auch für Existenzgründer sinnvoll, solange die Kosten so niedrig wie möglich zu halten sind, da die Einnahmen ja noch nicht so sprudeln? Auch in der Phase der Existenzgründung gilt der Grundsatz: Von Anfang an sind die Risiken abzudecken, die das Unternehmen oder den Inhaber finanziell in den Ruin treiben können. Je nach Ertragslage oder Rücklagen können dann weitere Risiken versichert werden, die mit gewisser Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind. Nachfolgend gebe ich Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen:

I. Persönliche Versicherungen

1. Krankenversicherung

Seit dem 01. April 2007 ist eine Krankenversicherung auch für Unternehmer Pflicht. Daher stellt sich die Frage nicht wirklich, ob eine Krankenversicherung von Anfang an abgeschlossen werden sollte. Dessen ungeachtet gehört eine Krankenversicherung zum unverzichtbaren Bestandteil eines Mindestschutzes eines Unternehmers. Krankheitskosten können einen Unternehmer sehr schnell in den Ruin treiben, beispielsweise nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit mit Klinikaufenthalt.

Sie haben hier die Wahl, ob Sie freiwillig weiterhin in der gesetzlichen Krankenversicherung (=GKV) bleiben oder sich für eine private Krankenversicherung (= PKV) entscheiden. Diese Wahlmöglichkeit gilt freilich nur dann, wenn Sie vorher als Angestellter in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren. Wer zuletzt privat versichert war, hat diese Wahlmöglichkeit nicht und verbleibt auch weiterhin in der Privaten Krankenversicherung. Für letztere wird die Krankenversicherung erst ab 01. Januar 2009 verpflichtend.

Die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung sollte wohl überlegt sein, da ein Wechsel zwischen den Systemen später nur schwerlich möglich ist. Der wohl bedeutendste Unterschied besteht darin, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung auch Familienangehörige beitragsfrei mitversichert sind. In der Privaten Krankenversicherung müssen Sie jedes Familienmitglied einzeln und gesondert versichern. Das kann bei mehreren Kindern sehr schnell teuer werden.

Demgegenüber wurden die Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung in der Vergangenheit zunehmend beschnitten, so dass immer mehr Leistungen im Krankheitsfall aus eigener Tasche zu bezahlen sind. Dagegen wird der Umfang der Leistungen der Privaten Krankenversicherung zu Beginn individuell vereinbart, und zwar für die gesamte Vertragslaufzeit. Beachten Sie aber bei Ihren Überlegungen, dass die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung regelmäßig an die Kosten der Krankenversicherung angepasst werden. Hier unterscheiden sich die einzelnen Versicherungsgesellschaften gewaltig, da manche eher beitragsstabil arbeiten, während andere fast jährlich ihre Beiträge erhöhen müssen.

2. Pflegeversicherung

Bestandteil der gesetzlichen Pflichtversicherung eines Unternehmers ist auch die Pflegeversicherung, die in der Regel zusammen mit der Krankenversicherung bei der gleichen Versicherungsgesellschaft abgeschlossen wird.

3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine ebenso wichtige Versicherung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (= BU), da der staatliche Schutz hier quasi nicht existent ist. Diese schützt Sie in dem Fall, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Gute BU- Versicherungen zahlen bereits bei einer Berufsunfähigkeit ab 50%. Achten Sie beim Abschluss eines Versicherungsvertrages darauf, dass die Versicherungsgesellschaft Sie im Falle der Berufsunfähigkeit nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann. Ansonsten könnten Sie beispielsweise als Ingenieur auf eine Tätigkeit als Hausmeister verwiesen werden. Gute BU- Versicherungen haben eine derartige Verweisungsklausel nicht in ihren Vertragsbedingungen. Für Risikogruppen bietet sich eine sog. Dread-Disease-Versicherung an, durch die Sie gegen fest definierte Krankheiten versichert werden. Wer an einer solchen Krankheit erkrankt, erhält eine einmalige Kapitalzahlung anstatt einer lebenslangen Rente.

4. Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung ist eine sinnvolle Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn eine Versicherungsgesellschaft Sie wegen Vorerkrankungen abgelehnt hat oder das Risiko einer Berufsunfähigkeit in Ihrem Beruf besonders hoch ist. Das gleiche gilt natürlich, wenn eine Police wegen Vorerkrankungen oder konkreter Risiken zu teuer ist.

5. Lebensversicherung und Rentenversicherung

Unternehmern sind in der Regel nicht gesetzlich rentenversichert, müssen sich also um ihre Altersvorsorge selbst kümmern. Hier stehen Ihnen Kapitallebensversicherungen oder Rentenversicherungen als Alternativen zur Verfügung. In diesem Bereich werden Sie viele unterschiedliche Meinungen hören und lesen können. Unter steuerlichen Gesichtspunkten haben Lebens- und Rentenversicherungen sicher ihre Berechtigung, sind jedoch für Existenzgründer aus meiner Sicht zu statisch angelegt. Als Existenzgründer müssen Sie immer wieder mit ertragsschwachen Phasen rechnen, in denen Sie möglicherweise nicht mehr in der Lage sind, die entsprechenden Sparleistungen in Ihre Lebens- oder Rentenversicherungen zu erbringen. Ferner müssen Sie bedenken, dass Sie an die ansparten Beträge in Ihren Versicherungen nur bedingten Zugriff haben und diese Versicherungen als Sicherungsmittel für Kredite auch nur bedingt einsetzen können. Hier sind Sie mit flexibleren Anlageformen - zumindest in der Phase der Existenzgründung und den folgenden 3 bis 5 Jahren - besser beraten. Zu denken ist hier an Sparverträge mit festem Zinssatz oder an Investmentfonds- Sparpläne.

Für viele Selbständige ist der sog. Rürup- Rentenvertrag eine weitere Alternative, der ebenfalls aus steuerlicher Sicht interessant sein kann. Diesen steuerlichen Vorteil erkaufen Sie sich jedoch durch allerlei andere Nachteile, auf die ich hier nicht eingehen möchte, da Sie für diese Anlageform ohnehin einen versierten Berater benötigen.

II. Betriebliche Versicherungen

1. Betriebs- bzw.Berufshaftpflichtversicherung

Die Betriebs- und/oder Berufshaftpflichtversicherung ist ein unbedingtes Muss. Angehörige freier Berufe müssen den Abschluss einer sog. Betriebs- bzw. Berufshaftpflichtversicherung sogar nachweisen, um den entsprechenden Beruf auszuüben.

Durch eine Betriebshaftpflichtversicherung schützen Sie sich gegen folgende Risiken:

  • Betriebsrisiken (Schäden infolge betrieblicher Abläufe)
  • Produktrisiken ( Schäden durch Konstruktions- oder Entwicklungsfehler von Produkten)
  • Anlagerisiken (Schäden, die durch betriebliche Immobilien entstehen)

 

III. Sachversicherungen

Sachversicherungen decken Schäden ab, die zum Beispiel durch Feuer, Einbruch oder Elementarschäden (= Wasser, Sturm, Hagel, Erdbeben) verursacht werden.

1. Maschinenversicherung

Die Maschinenversicherung ist eine Art Reparaturkostenversicherung, die Schäden an eigenen Maschinen, Apparaten, Instrumenten und anderen technischen Anlagen bezahlt.

2. Elektronikversicherung

An EDV-, Telefon- und anderen wichtigen bürotechnischen Einrichtungen können durch Kurzschluss, Überspannung, Feuchtigkeit, Materialfehler oder Fahrlässigkeit schnell hohe Schäden entstehen.

3. Rechtsschutzversicherung

Rechtsstreitigkeiten mit Kunden, Angestellten oder anderen Geschädigten können sehr schnell sehr teuer werden. Hier gilt es also abzuwägen, ob eine Rechtsschutzversicherung zu Beginn des Unternehmens erforderlich ist.

4. Betriebsunterbrechungsversicherung

Eine Betriebsunterbrechungsversicherung übernimmt Ihre Kosten im Rahmen einer Unterbrechung Ihres Unternehmens infolge Feuer, Einbruchdiebstahl, Wasserschäden oder anderen Katastrophen, durch welche die Produktion in Ihrem Unternehmen unterbrochen wird.


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