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Das Thema Währungsabsicherung ist nicht nur für Devisenhändler, sondern auch für Unternehmen interessant, die regelmäßig Waren ins Ausland exportieren bzw. dort Leistungen erbringen und umgekehrt. Hierbei gilt es, Risiken aus Schwankungen der Wechselkurse zwischen dem Euro und anderen Währungen abzusichern. Vor allem Unternehmen mit internationalem Waren-, Dienstleistungs- oder Kapitalverkehr sollten Währungsschwankungen absichern. Banken bieten ihren Kunden hierzu unterschiedliche Instrumente an, die jedoch zum Teil recht komplex sind und erst ab einer gewissen Größe praxistauglich sind. Allein in Bayern agieren weit mehr als 50.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weltweit.

Währungsabsicherung für Unternehmen

Bei Wechselkursveränderungen einer Währung gegenüber dem Euro kann sich das auch in den Büchern eines Unternehmens niederschlagen. Ein gutes Beispiel ist das Britische Pfund, das nach dem Brexit enorme Kursschwankungen gegenüber dem Euro gezeigt hat. Währungsrisiken werden also besonders für die folgenden beiden Unternehmensgruppen relevant:

  • Unternehmen, die ihre Produkte und Leistungen (auch) außerhalb Europas bzw. außerhalb des Euro-Raums anbieten.
  • Unternehmen, die Waren bzw. Dienstleistungen in fremden Währungen einkaufen.

Zuletzt ist der Euro gegenüber anderen Währungen (insbesondere gegenüber dem US-Dollar) stark gestiegen, was die Export-Wirtschaft Deutschlands belastet. Nicht nur große Unternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft oder GmbH kennen diese Probleme. Auch kleinere und mittlere Unternehmen wissen, dass Wechselkursschwankungen eine Gefahr sein können. Immerhin entfallen rund 20% aller Exporte auf den Mittelstand.

Beispiele:

Ein Unternehmen aus Deutschland kauft von einem Hersteller aus Großbritannien eine Maschine, deren Preis zum Zeitpunkt des Vertrages bei 50.000 Britischen Pfund liegt. Sie vereinbaren, dass die Maschine in 6 Monaten geliefert wird. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kurs des Britischen Pfund gegenüber dem Euro jedoch deutlich gestiegen. Bei Lieferung der Maschine kostet diese plötzlich deutlich mehr als bei Vertragsunterzeichnung berechnet.

Im anderen Beispiel kauft ein Unternehmen aus Deutschland von einem Produzenten in der Türkei Waren für 50.000 Türkische Lira. Sie vereinbaren, dass die Waren in 6 Monaten geliefert werden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kurs der Türkischen Lira gegenüber dem Euro deutlich gefallen, so dass die Waren bei Lieferung plötzlich deutlich weniger kosten als bei Vertragsunterzeichnung.

Schwankende Wechselkurse

In den oben genannten Beispielen ist die Währungsabsicherung mit diversen Instrumenten zu realisieren, da die zu erwartenden Zahlungsströme (hier die Bezahlung einer Maschine zu einem vereinbarten Liefertermin) abgesichert werden kann. Schwieriger wird es, wenn der Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung noch unbekannt ist, z.B. im Falle einer Ausschreibung eines Bauprojekts, über die erst in einigen Monaten entschieden wird. Gerade in diesen Fällen sind schwankende Wechselkurse problematisch, insbesondere dann, wenn es um hohe Summen geht. So kann der Rohertrag eines Unternehmers durchaus deutlich sinken, wenn Maschinen, Waren oder Leistungen am Ende deutlich teurer werden als geplant.

Instrumente zur Währungsabsicherung

Ein gängiges Instrument zur Währungsabsicherung ist das sogenannte Termingeschäft – dieses wird auch als Future bezeichnet. Hier vereinbart die Firma den Kurs einer bestimmten Währung zu einem vereinbarten Zeitpunkt unter Berücksichtigung eines im Vorfeld definierten Wechselkurses. Ist die Währung bei Fälligkeit der Rechnung plötzlich weniger wert, so spielt das für das Unternehmen keine Rolle, weil jener Kurs zählt, der schon im Vorfeld vereinbart wurde. Gab es hingegen einen Wertanstieg, so muss die Firma das akzeptieren – das ist der Preis der Absicherung, weil es schlussendlich auch in die andere Richtung hätte gehen können. Problematisch wird es dann, wenn der vereinbarte Zahlungstermin nicht eingehalten werden kann, weil man z.B. mit der Qualität des Produkts nicht einverstanden ist oder mitunter von Seiten des Kunden Einwände erhoben werden. In diesem Fall ist das Termingeschäft hinfällig – der vereinbarte Kurs zählt nicht mehr, sodass das Unternehmen mitunter einen Verlust verbuchen muss.

Eine andere recht beliebte Möglichkeit ist der Währungsoptionskontrakt. Hier hat das Unternehmen das Recht, jedoch keinesfalls die Pflicht, dass Geschäft abzuschließen. Der Nachteil? Die Prämien sind extrem hoch.

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