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Selbstständige und Unternehmer haben in puncto Krankenversicherung die Qual der Wahl: Als freiwillig Versicherte können sie sich zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung auf der einen Seite und der privaten Krankenversicherung auf der anderen entscheiden. Häufig geht die Wahl zugunsten des Letztgenannten aus, da hier die Tarife oft deutlich flexibler sind.

Selbstständige sind nur unzureichend über „neue“ Gesetzeslage informiert

Seit der Einführung des sogenannten Bürgerentlastungsgesetzes ist es für privat versicherte Freiberufler und selbstständige Unternehmer deutlich einfacher, die Beiträge zur privaten Krankenversicherung beim Fiskus abzusetzen. Bis 2009 wurden die sog. Vorsorgeaufwendungen getrennt nach Altersvorsorge und sonstiger Vorsorge (z.B. Kranken- und Pflegeversicherung) jeweils bis zu einem eigenständigen Höchstbetrag steuermindernd berücksichtigt. Mit Wirkung ab 2010 gab es eine Änderung bei der steuerlichen Berücksichtigung der Vorsorgeaufwendungen, die in folgende Gruppen eingeteilt werden:

  • Die steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge zur Altersvorsorge bleiben unverändert, d.h. die Beiträge sind zu 70 % bis max. 14.000 Euro (Ledige) bzw. 28.000 Euro (Verheiratete) abziehbar.
  • Die Beiträge zur sog. Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung werden in tatsächlicher Höhe und unbegrenzt als Sonderausgaben steuermindernd berücksichtigt. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da es nur um die Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur Pflegepflichtversicherung geht. Die Beiträge darüber hinaus und zu anderen privaten Versicherungen werden nur noch dann als Sonderausgaben berücksichtigt, wenn der Versicherungshöchstbetrag von nunmehr 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro noch nicht mit Beiträgen zur Basis-Kranken- und Pflegepflichtversicherung ausgeschöpft ist.
  • Beiträge zu sog. Riester-Verträgen können darüber hinaus bis zu 2.100 Euro als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wobei sich die Beiträge nur dann steuermindernd auswirken, wenn die Altersvorsorgezulage niedriger ausfällt als der steuerliche Effekt.

Liest man allerdings die neuesten Nachrichten zu Krankenversicherungen, berichten viele Anbieter über sogenannte zahlungsunwillige Versicherten, die ihre Beiträge nicht zahlen oder nicht zahlen können. Vor allem Selbstständige und Freiberufler sollen hier angeblich die Mehrheit darstellen.

In der Praxis ist auch zu beobachten, daß viele Selbstständige gar nicht wissen, welche Bescheinigungen aus dem Wirrwarr der Vorlagen die Richtige für das Finanzamt ist, die die gezahlten PKV-Beiträge bei der abgegebenen Steuererklärung berücksichtigt. Die richtige Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt ist jedoch deshalb so wichtig, da in den gezahlten Beiträgen zur privaten Krankenversicherung Bestandteile enthalten sind, die über den vom Gesetzgeber definierten Basisschutz hinausgehen, und somit nicht zu 100% steuerlich zu berücksichtigen sind.

Aus diesem Grund sollten Selbstständige und Freiberufler sich vergewissern, ob und wie sie ihre gezahlten Versicherungsbeiträge steuerlich geltend machen können. Der richtige Mix aus Rentenversicherung, Krankenversicherung und Riester-Verträge ist optimal. Der Steuerberater ist hier natürlich die beste, aber natürlich auch nicht immer die preisgünstigste Alternative, um die Beiträge optimal abzusetzen. Sollte man sich noch in der Existenzgründung befinden oder als Kleinunternehmer sein Leben bestreiten, so helfen viele Seiten im Netz, auf denen man schnell und einfach die besten Tipps bekommt, wie die Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung optimal abgesetzt werden können.

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