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Ein Umzug ist oft ein einschneidendes Ereignis im Leben eines Berufstätigen und seiner Angehörigen und meist nicht gerade billig. Ist der Umzug jedoch beruflich veranlasst, können die Umzugskosten als Werbungskosten steuermindernd geltend gemacht werden. Rund um die Umzugskosten im Steuerrecht hat sich eine umfangreiche Rechtsprechung entwickelt, die sich teilweise bis ins letzte Detail ausgeformt hat. Ganz aktuell hat der BFH wieder ein solche Urteil zur Abzugsfähigkeit beruflicher veranlasster Umzugskosten erlassen, in diesem Fall zur Abzugsfähigkeit doppelter Mietzahlungen, die wegen eines beruflich veranlassten Umzugs angefallen sind.

In der Entscheidung des BFH wird nochmals klargestellt, dass doppelte Mietzahlungen wegen eines Umzugs beruflich veranlasst und deshalb in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar sein können. Dies gilt sowohl für einen Umzug im Inland als auch für einen Auslandsumzug, wobei bei Letzterem noch einige besondere Regelungen zu beachten sind. Die Regelungen zur Doppelten Haushaltsführung stehen dem allgemeinen Abzug der Umzugskosten als beruflich veranlasste Werbungskosten nicht entgegen. Handelt es sich bei den doppelten Mietzahlungen um beruflich veranlasste Umzugskosten, sind diese jedoch nur zeitanteilig abgezogen werden, und zwar für die neue Wohnung bis zum Umzugstag und für die bisherige Wohnung ab dem Umzugstag, längstens bis zum Ablauf der Kündigungsfrist des bisherigen Mietverhältnisses. Der Abzug von Mietaufwendungen als Umzugskosten richtet sich allein nach dem allgemeinen Werbungskostenbegriff und nicht nach den Regelungen des Bundesumzugskostengesetzes.

Das Finanzamt hatte dem Steuerpflichtigen vorgehalten, dass die Kosten für die neue Wohnung im Rahmen einer Doppelten Haushaltsführung auf das Notwendige begrenzt sei, also auf die ortsübliche Miete für eine 60 qm große Wohnung. Dies müsse auch gelten, wenn der Steuerpflichtige eine neue Wohnung bezieht und die alte Wohnung – wenn auch zeitlich begrenzt – beibehält. Im Streitfall handelte es sich bei der neuen Wohnung um eine 5-Zimmer-Wohnung mit 165 qm Wohnfläche. Der BFH beurteilte den Fall jedoch anders und entschied, dass die Unterhaltung der zwei Wohnungen durch den Arbeitsplatzwechsel veranlasst war und allein dem Zweck der  Familienzusammenführung diente. Die Spezialregelungen zur Doppelten Haushaltsführung verdrängen jedoch nicht den Begriff der allgemeinen Werbungskosten, zu denen auch die beruflich veranlassten Umzugskosten gehören, inklusive doppelte Mietzahlungen. Der BFH begrenzt jedoch den Abzug doppelter Mietzahlungen als Werbungskosten in st. Rechtsprechung für die bisherige Wohnung ab dem Umzugstag bis zum Ablauf der Kündigungsfrist für die bisherige Wohnung und für die neue Wohnung bis zum Umzugstag.

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