FORMBLITZ- Verträge Vorlagen & Ratgeber downloaden

Die Entscheidung über das „Ob“ und „Wie“ einer künftigen steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung liegt immer noch nicht vor, da sich Bundesregierung und Bundesländer über den richtigen Weg der steuerlichen Förderung trotz monatelangen Verhandlungen nicht einigen können. Ohne eine relevante Anzahl an energetischen Gebäudesanierungen wird Deutschland jedoch vermutlich weiter abrutschen im Vergleich der Bemühungen der europäischen Länder um einen besseren Klimaschutz. Ohne eine steuerliche Förderung werden die Ziele kaum machbar sein, weil die grundlegende energetische Sanierung einer Immobilie locker und leicht fünf- bis sechsstellige Summen erreicht. Das Fatale an der gesamten Diskussion ist der bereits jetzt entstandene Sanierungsstau in Deutschland, da alle Gebäudeeigentümer auf die Entscheidung des Gesetzgebers warten, wie es im Steuerrecht weitergeht. Nach jetzigen steuerlichen Vorschriften handelt es sich bei einer umfassenden Gebäudesanierung wohl regelmäßig um nachträgliche Herstellungskosten, die auf die restliche Abschreibungsdauer zu verteilen sind, sofern aus dem Gebäude Einnahmen erzielt werden.

Das deutsche Steuerrecht unterscheidet im wesentlichen zwischen folgenden Abschreibungsmethoden:

  • Sofortabschreibung bei geringwertigen Wirtschaftsgütern gem. § 6 Abs. 2 EStG oder Bildung eines Sammelpostens und Abschreibung über 5 Jahre;
  • lineare Abschreibung gem. § 7 Abs. 1 EStG, in der Regel
  • degressive Abschreibung gem. § 7 Abs. 2 EStG;
  • Leistungs-Abschreibung gem. § 7 Abs. 1 EStG in bestimmten Fällen gem. Nachweis;
  • Absetzung für Substanzverringerung (AfS) gem. § 7 Abs. 6 EStG für Bergbauunternehmen, Steinbrüche und anderen Betriebe, die einen Verbrauch der Substanz mit sich bringen.

Seit 01.01.2011 unterliegen alle Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- und/oder Herstellungskosten über 1.000,00 Euro der linearen Abschreibung, wobei die Anschaffungs- und/oder Herstellungskosten gleichmäßig auf die voraussichtliche Nutzungsdauer als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten verteilt werden. Für die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter bis zu EUR 1.000,00 bestehen Wahlrechte zwischen Sofortabschreibung, linearer Abschreibung nach Nutzungsdauer und Bildung eines Sammelpostens.

Bei großen Reparaturen, Sanierung oder Instandhaltung von Immobilien stellt sich immer die Frage, ob es sich bei den Kosten um

  • Instandhaltungskosten (dann sofort abzugsfähig) oder
  • nachträgliche Herstellungskosten (dann Abschreibung)

handelt.

Die Basis für die Berechnung der Gebäudeabschreibung bilden immer die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das Gebäude. Gegebenenfalls müssen die anteiligen Grundstückskosten aus dem Anschaffungspreis herausgerechnet werden.

Die Abschreibungssätze sind einerseits von der Nutzungsart und andererseits vom Zeitpunkt der Fertigstellung abhängig. Es ergeben sich nach § 7 Abs. 4 EStG in erster Linie die folgenden Abschreibungssätze:

  1. bei Gebäuden, soweit sie zu einem Betriebsvermögen gehören und nicht Wohnzwecken dienen und für die der Bauantrag nach dem 31. März 1985 gestellt worden ist, jährlich 3 %;
  2. bei Gebäuden, die nicht unter Nr. 1 fallen und die
  • nach dem 31. Dezember 1924 fertiggestellt wurden, jährlich 2 % und
  • die vor dem 1. Januar 1925 fertiggestellt wurden, jährlich 2,5 %.

Wird ein Gebäude unterschiedlich genutzt, z.B. das EG für betriebliche Zwecke, das 1. OG zu Wohnzwecken (vermietet) und das 3. OG zu eigenen Wohnzwecken, können sich auch mehrere unterchiedliche Abschreibungsmethoden auf ein Gebäude ergeben. Im übrigen existieren für bestimmte Gebäudearten besondere Abschreibungssätze, z.B. für die von Haltec Hallenbau angebotenen Hallen in Leichtbauweise, Kühlhallen oder Festzelte.

Tagged on:                 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.