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In der Praxis kündigt sich die Insovenz einer GmbH in vielen Fällen bereits viel früher an, als dies auf den ersten Blick vermuten lässt. In der Regel ist es ein langwieriger Prozeß, der in mehreren Phasen von der strategischen Krise zunächst in die bilanzielle Krise, anschließend in eine Kapitalkrise und zum Schluß in eine Liquiditätskrise führt, bevor dann letztendlich einer der Insolvenzgründe zum zwingenden Handeln des Geschäftsführers auffordert. Leider suchen sich viele Geschäftsführer einer GmbH erst dann externe Hilfe und Beratung, wenn sich die Konsequenzen einer Liquiditätskrise nicht mehr verbergen oder verdrängen lassen. Umso schwieriger ist es dann, die Insolvenz einer GmbH abzuwenden.

Phasen einer Unternehmenskrise bis zur Insolvenz

Die Insolvenz eines Unternehmens beruht nur selten auf einmaligen und überraschenden Ereignissen, ohne deren Relevanz in der Praxis anzweifeln zu wollen. Viel häufiger ist jedoch ein schleichender Prozeß zu beobachten, der die folgenden Phasen durchläuft:

  1. Strategische Krise,
  2. Bilanzielle Krise,
  3. Kapitalkrise,
  4. Liquiditätskrise,
  5. Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.

Im Verlaufe der Kapitalkrise ist der Geschäftsführer einer GmbH erstmals von Gesetzes wegen aufgefordert, die Gesellschafter der GmbH im Rahmen einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung auf den hälftigen Verlust des Stammkapitals hinzuweisen. Auch diese gesetzliche Aufforderung gem. § 49 Abs. 3 GmbHG geht natürlich ins Leere, wenn es sich um einen alleinigen Gesellschafter-Geschäftsführer handelt oder die Vorschrift schlichtweg unbekannt ist. Dies kann jedoch für einen Geschäftsführer enorm gefährlich werden, denn ein Verstoß gegen die Anzeigepflicht kann nicht nur zur persönlichen Haftung des Geschäftsführers führen, sondern auch zur strafrechtlichen Ahndung gem. § 84 Abs. 1 GmbHG. Umso wichtiger ist es für die GmbH und den Geschäftsführer persönlich, nicht erst beim möglichen Eintritt eines Insolvenzgrunds mit erfahrenen Insolvenzberatern Kontakt aufzunehmen. Ein Beispiel wäre hier die Pacemark Finance GmbH oder die Suche nach einem Fachanwalt für Insolvenzrecht.

Vorsicht bei Beratung einer GmbH in der Krise

Die Beratung einer GmbH in der Krise ist eine heikle Angelegenheit, insbesondere für den steuerlichen Berater der Gesellschaft. Einerseits ist er in der Regel der erste Ansprechpartner, wenn es um mögliche Lösungen aus der Krise geht, aber andererseits fehlt ihm meist das notwendige Detailwissen, um die GmbH und den Geschäftsführer auf die Gefahren einer Insolvenz umfassend vorzubereiten. Für den Steuerberater einer GmbH kann sogar ein Haftungsrisiko entstehen, wenn er sich in Beratungsgespräche hinsichtlich der Vermeidung oder Klärung einer Pflicht zum Insolvenzantrag einlässt und hierbei Fehler begeht. Ganz aktuell hat der BGH diesbezüglich wie folgt entschieden (BGH, Beschluß vom 6. Februar 2014, Az. IX ZR 53/13):

Der Steuerberater unterliegt bei einem ausdrücklichen Auftrag zur Prüfung der Insolvenzreife eines Unternehmens einer vertraglichen Haftung für etwaige Fehlleistungen. Dies gilt auch dann, wenn der vertraglich lediglich mit der Erstellung der Steuerbilanz betraute Steuerberater weitergehend erklärt, dass eine insolvenzrechtliche Überschuldung nicht vorliege. Der lediglich mit der allgemeinen steuerlichen Beratung einer GmbH beauftragte Berater ist hingegen nicht verpflichtet, die Gesellschaft bei einer Unterdeckung in der Handelsbilanz auf die Pflicht ihres Geschäftsführers ungefragt hinzuweisen, eine Überprüfung, ob Insolvenzreife bestehe, in Auftrag zu geben oder selbst vorzunehmen. Dieser Grundsatz gilt uneingeschränkt, wenn der Berater ausschließlich mit den steuerlichen Angelegenheiten der Gesellschaft befasst ist.

Für den Steuerberater einer GmbH ohne einschlägige Kenntnisse im Insolvenzrecht entsteht daher ein unüberschaubares Haftungsrisiko, wenn er sich auf konkrete Gespräche über eine Vermeidung bzw. Klärung einer Insolvenz einlässt und hierbei Fehler begeht.

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