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Das Bundesland Baden-Württemberg und das in Stuttgart beheimatete DAX-Unternehmen Daimler feierten sich heute mit der Weltpremiere des ersten autonomen Lkws sozusagen selbst und zeigt damit, dass man auch in Deutschland die Zeichen der Zeit erkannt hat, in der das Auto der Zukunft autonom und vernetzt ist. Zum ersten Mal fuhr ein Lkw autonom auf Deutschlands Strassen, genauer gesagt auf der A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe, während Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann begeistert mit dem „Fahrer“ im Cockpit über die Möglichkeiten der Technik plauderte.

Autonomer Lkw auf Deutschlands Strassen

Aus meiner Sicht ist die mediale Feier angesichts des ersten autonomen Lkws auf Deutschlands Strassen durchaus berechtigt, zumal auch Daimler unter der VW-Dieselgate-Sippenhaft leiden musste, zumindest an der Börse. Etwas amüsant ist hierbei die Tatsache, dass mit dem aktuellen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann außgerechnet ein grüner Landes-Chef im Cockpit des Daimler-Lkws sitzt und sozusagen das Schwabenländle für die Forschung am Auto der Zukunft freigibt.

Die Begeisterung des Ministerpräsidenten Kretschmann ist durchaus greifbar, während er sich angeregt mit Dr. Wolfgang Bernhard unterhält, seinerseits Vorstand der Daimler AG und verantwortlich für die Abteilung Trucks und Busse. Als Teststrecke fungierte ein Autobahnabschnitt der A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe, die tagsüber durchaus stark befahren ist. Auf Basis eines TÜV-Gutachtens erteilte die Regierung Baden-Württembergs eine Ausnahmegenehmigung zum teil-autonomen Betrieb des serienmäßigen Mercedes-Benz Actros, der mit einem sog. Highway Pilot ausgestattet ist.

Während der halbstündigen Fahrt auf der A8 tauschten sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann und Daimler-Vorstand Dr. Bernhard über die Chancen und Vorteile des autonomen Straßengüterverkehrs aus und auch über die Frage, wann das System denn wohl serienreif werden könnte. Bei Daimler besteht die Erwartung, dass man die Systemreife spätestens 2020 erreicht hat. Für eingefleischte Daimler- und Truckfans ist all das natürlich ein alter Hut, weil Mercedes-Benz bereits im Juli 2014 seinen Future Truck 2025 erstmals auf einer Teststrecke bei Magdeburg fahren ließ.

Da die Rechnerkapazität für einen voll-autonomen Betrieb auf sämtlichen Strassen noch nicht ausreichend ist und auch der gesetzliche Rahmen für autonome Fahrzeuge noch fehlt, beschränkt sich die Freigabe im öffentlichen Strassenverkehr bislang auf Ausnahmeregelungen und einen teil-autonomen Betrieb, der vom Fahrer ständig überwacht werden muss. Nichtsdestotrotz wird sehr deutlich, dass die Megatrends Digitalisierung und Vernetzung vor nichts und niemandem Halt machen und jedes Unternehmen schnell aufs Abstellgleis geschoben wird, das sich diesen Entwicklungen nicht stellt.

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