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Das richtige Geschäftskonto ist eine von vielen Fragen, die beim Gang in die Selbstständigkeit zu klären ist. Für einen Existenzgründer oder selbständigen Unternehmer besteht zwar keine Verpflichtung, ein besonderes Geschäftskonto zu eröffnen, aber genau das ist in jedem Falle dringend zu empfehlen. Mancher Existenzgründer lässt sich zwar von den „extra“ Kosten für ein Geschäftskonto abschrecken, schneidet sich mit solchen Gedanken jedoch meist ins eigene Fleisch.

Nirgendwo steht geschrieben, dass ein Existenzgründer ein eigenes Geschäftskonto eröffnen muß. Dennoch ist es auch für den „kleineren Existenzgründer“ bzw. Kleinunternehmer ratsam, ein besonderes Geschäftskonto zu eröffnen und zu führen. Nur so wird von Anfang an eine saubere Trennung zwischen den privaten und geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben hergestellt. Zum einen wird auf diese Weise die Belegerfassung bzw. die Erstellung einer Einnahmen-Überschußrechnung deutlich erleichtert und andererseits herrscht so immer vollständige Transparenz, ob die Geschäfte gut laufen oder nicht. Die Vorteile eines eigenen Geschäftskontos überwiegen die zusätzlich anfallenden Kosten deutlich.

Beispiel:

Unter meinen Mandanten befand sich ein Ehepaar, bei dem der Ehemann als Handelsvertreter selbständig arbeitete und die Ehefrau als Angestellte beschäftigt war. Während die Ehefrau recht gut verdiente, mühte sich der Ehemann jeden Monat ab, seine Ausgaben einigermaßen durch Einnahmen abzudecken. Alles lief über ein Konto und es war grausam anzusehen. Abgesehen davon, dass keine Trennung zwischen betrieblich und privat bestand, war die Buchführung angesichts unzähliger privat veranlasster Buchungen deutlich aufwändiger als normal und darüber hinaus dauerte es nicht lange, bis sich die erste Ehekrise einstellte, da die Einnahmen des Ehemanns offensichtlich nicht ausreichend waren, um all seine Ausgaben zu decken.

Für den Selbstständigen stellt das Geschäftskonto ein äußerst wichtiges Instrument dar, um die Liquidität zu überwachen und Kostenfallen schnell und effektiv aufzudecken. Damit jedoch das Geschäftskonto nicht selbst zur Kostenfalle wird, sollte man sich vorab mittels eines Vergleichs der unterschiedlichen Angebote im Internet informieren. Hierbei zeigt sich, dass sowohl kostenfreie Konten angeboten werden (meist bei Online-Banken ohne eigene Filialen) als auch solche Geschäftskonten, die nur geringe Gebühren veranlassen. Entscheidend ist jedoch meist, dass man sich für das richtige Kontenmodell entscheidet. Während der eine großen Wert auf einen persönlichen Berater legt, braucht der andere eine Möglichkeit für regelmäßige Einzahlungen. Während zahlreiche Online-Banken sehr interessante Angebote für ein Geschäftskonto vorweisen können, muss man hier auf den persönlichen Kontakt und meist auch auf weitergehende Serivceleistungen verzichten. Bei jedem Selbständigen stehen jedoch irgendwann einmal größere Anschaffungen an, für die man dann vielleicht eine Geschäftsbank benötigt. Die Kosten alleine sollten daher nicht ausschlaggebendes Argument für oder wider ein Geschäftskonto bei einer Geschäftsbank, Regionalbank oder Sparkasse sein.

Die Vorteile einer Geschäftsbank oder Regionalbank liegen klar auf der Hand: persönlicher Ansprechpartner vor Ort mit Beratung zu finanziellen Starthilfen zu Beginn der Selbständigkeit. Jedem muss jedoch klar sein, dass er diesen Vorteil mit meist höheren Gebühren beim Geschäftskonto bezahlt und potentielles Opfer „unnötiger Versicherungen“ wird.

In jedem Fall ist es wichtig, das Kleingedruckte zu lesen und für sich das richtige Kontomodell auszuwählen. Beim Vergleich der einzelnen Anbieter sollten die künftigen Unternehmer darauf achten, welche kostenlosen Zusatzleistungen angeboten werden. Viele Institute bieten beispielsweise eine kostenlose EC-Karte oder eine Kreditkarte zum Geschäftskonto an. Bei anderen wiederrum sind eine bestimmte Anzahl von Aufträgen in der Kontoführungspauschale inbegriffen. Eine wichtige Größe ist auch die Möglichkeit einer Überziehung des Geschäftskontos und der damit verbundene Überziehungszins.

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