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Trotz zahlreicher Förderprogramme, Fördermittel und Zuschüsse ist es für Existenzgründer in Deutschland zunehmend schwerer, eine solide Finanzierung des Startups auf die Beine zu stellen, insbesondere für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit. Unternehmerverbände und Gründungsberater kritisieren bereits seit Monaten die rapide zurückgehende Zahl an geförderten Startups aus der Arbeitslosigkeit, aber umso wichtiger ist für die Betroffenen die Kenntnis der anderen Finanzierungsangebote und Möglichkeiten, den lang ersehnten Schritt in die Selbständigkeit zu finanzieren. Nachdem zu Jahresbeginn 2012 die neuen Regelungen zum Gründungszuschuss in Kraft getreten sind und die Gewährung der Finanzierungshilfe nunmehr im Ermessen der Sachbearbeiter bei den Arbeitsämtern liegt, ist die Zahl der bewilligten Förder-Anträge um dramatische 83% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen.

Auch wenn der Gründungszuschuß für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit quasi nur noch ein Papiertiger ist, verbleiben für angehende Unternehmer in Deutschland noch zahlreiche andere Förderprogramme und Fördermittel, von denen zwar zahlreiche nur regional vergeben werden, zweckgebunden oder an besondere Voraussetzungen geknüpft sind. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, das Angebot zu durchforsten. An dieser Stelle will ich einen querschnittsartigen Überblick über die Angebote vermitteln:

Staatliche Zuschüsse für Existenzgründer

Staatliche Zuschüsse sind Finanzierungshilfen oder Bürgschaften europäischer Institutionen, des Bundes oder der Bundesländer und werden in erster Linie für Investitionen anlässlich einer Existenzgründung gewährt. In diese Kategorie fällt auch der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit an Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit, auf den jedoch seit 2012 kein Rechtsanspruch mehr besteht. Die meisten staatliche Zuschüsse sind zweckgebunden und an besondere Voraussetzungen geknüpft, ohne daß auf diese Leistungen ein Rechtsanspruch besteht. In vielen Fällen werden die Fördermittel als zinsgünstige Darlehen mit langen Laufzeiten und tilungsfreier Zeit in den Anfangsjahren ausgezahlt. Der Existenzgründer muß regelmäßig im Vorhinein durch Vorlage eines Businessplans nachweisen, daß die Selbständigkeit auf Dauer angelegt ist und Aussicht auf Erfolg hat. Für Existenzgründer mit Finanzierungsbedarf lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit Beratern bei Handels- und Handwerkskammern, Fachverbänden, regionalen oder städtischen Wirtschaftsfördergesellschaften oder Hochschulen in Verbindung setzen und weitere aktuelle Informationen diesbezüglich einzuholen.

DMI Mikrodarlehen

Ein DMI Mikrodarlehen ist das richtige Instrument für Existenzgründer, die ihre Selbständigkeit zunächst nebenberuflich oder mit minimaler Ausstattung beginnen oder aus anderen Gründen nur wenig Startkapital benötigen. Die sog. Mikdrodarlehen (Mikrokredit) haben laut einer Studie der KfW-Bankengruppe seit Jahren Hochkonjunktur und erreichen mit mehr als 1 Milliarde Euro immerhin ein Fünftel der gesamten Gründungsfinanzierung durch Darlehen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass gerade die Existenzgründer mit geringem Bedarf an Start- oder Wachstumskapital (bis zu 25.000 Euro) und kleine Unternehmen von Schwierigkeiten und hohen Hürden bei der klassischen Kreditaufnahme für den Startup betroffen sind. Unterstützt werden Startups mit einem geringen Kapitalbedarf bis zu 10.000 Euro, wobei die Vergabe eines Mikrokredits über private und öffentliche Beratungseinrichtungen erfolgt, die beim Deutschen Mikrofinanz Institut (DMI) akkreditiert sind und die sich auch am Ausfallrisiko des Kredits beteiligen müssen.

KfW Förderkredite

Sehr interessant und wichtig für Existenzgründer sind nach wie vor die Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die es Existenzgründern und jungen Unternehmern ermöglichen, auch ohne weitreichende Sicherheiten an günstiges Fremdkapital zu gelangen, um Anlaufkosten der Selbständigkeit und (weitere) Investitionen zu finanzieren. Die KfW bietet ein ganzes Portfolio an unterschiedlichen Förderkrediten für Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen an, die jeweils mit unterschiedlichen Voraussetzungen verbunden sind und größtenteils Investitionen deutscher Unternehmen im In- und Ausland ermöglichen sollen. Man kann die Förderkredite in die drei Säulen Fremdkapital, mezzanines Kapital und Eigenkapital gliedern. Eine übersichtliche Gesamtschau über die vorhandenen Lösungen und Angebote zur Finanzierung für Existenzgründer bietet z.B. die L-Bank, die insbesondere in Baden-Württemberg aktiv ist. Für die meisten (wenn nicht sogar für alle) Kredite der KfW gilt jedoch das Hausbank-Prinzip, d.h. der Existenzgründer oder das junge Unternehmen bis zu 3 bis 5 Jahre nach Gründung wenden sich an die Hausbank und beantragen dort einen passenden und entsprechenden Förderkredit. Hervorzuheben ist der KfW-Gründerkredit (StartGeld) als Komplettlösung, mit dem Existenzgründer, Freiberufler und kleine Unternehmen gefördert werden, die weniger als drei Jahre am Markt tätig sind und einen Finanzierungsaufwand von höchstens 100.000 Euro haben.

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