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Eine eigene Webseite gehört inzwischen zum Standard eines jeden selbständigen Unternehmens oder Freiberuflers. Das Internet entwickelt sich für Unternehmen zum Akquise-Instrument Nr. 1 und kaum ein Unternehmer oder Freiberufler kann es sich heute noch leisten, im World Wide Web nicht mit einer Webseite präsent zu sein. Doch wie sind eigentlich die Ausgaben für eine Webseite in der Buchführung oder in der Bilanz zu behandeln? Wird eine Webseite bilanziert und abgeschrieben? Macht es einen Unterschied, ob es sich um die erstmalige Erstellung einer Webseite durch eine Internet-Agentur oder um die Anpassung einer bereits bestehenden Webseite handelt?

Bei der Behandlung der Kosten für eine Webseite ist zunächst zu unterscheiden, ob es sich um eigene Herstellungskosten oder um Anschaffungskosten handelt. Da die Aufwendungen für die Erstellung einer Webseite meist nicht unerheblich sind, stellt sich regelmäßig die Frage nach der richtigen Behandlung dieser Aufwendungen im Rahmen der Buchführung, Bilanz oder Einnahmen-Überschußrechnung. Grundsätzlich gelten für eine Webseite die gleichen Grundsätze wie für andere Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens.

Immaterielles Wirtschaftsgut

Eine eigene Webseite für das Unternehmen gehört zu den immateriellen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens.

Aktivierung der Anschaffungskosten

Entstehen hierfür Anschaffungskosten, weil z.B. eine Internetagentur oder ein selbständiger Programmierer mit der Erstellung beauftragt wird, müssen die entsprechenden Aufwendungen für die erstmalige Erstellung der Webseite aktiviert werden. Zu den Anschaffungskosten zählen alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Erstellung der Webseite anfallen. Das sind z.B. die Kosten einer Online Marketing Agentur oder eines freiberuflichen Webdesigners, die für die technische Programmierung bzw. künstlerische Gestaltung des Online-Auftritts oder des Online-Shops verantwortlich sind. Aktiviert werden die Kosten, die an die Online Marketing Agentur, den Webdesigner oder den Programmierer für die Erstellung der Webseite bezahlt werden. Ferner gehören auch Anschaffungsnebenkosten dazu, wie z.B. der Erwerb von Lizenen für Bilder oder Reisekosten im Zusammenhang mit der Besprechung der technischen Vorgaben und des Designs, soweit sie der Webseite direkt zugeordnet werden können.

Aktivierungsverbot bei eigenen Herstellungskosten

Anders sieht es jedoch aus, wenn das Unternehmen die Webseite von eigenen Mitarbeitern erstellen lässt; In diesem Fall handelt es sich um eigene Aufwendungen, für die ein sog. Aktivierungsverbot für nicht entgeltlich erworbene, immaterielle Vermögensgegenstände besteht. Eine solche selbst erstellte Webseite darf somit weder in der Bilanz noch in der Einnahmen- Überschußrechnung als immaterielles Anlagevermögen ausgewiesen werden, egal wie hoch der zeitliche Aufwand hierfür ist.

Abschreibung einer Webseite

Soweit Anschaffungskosten für die Webseite zu einem immateriellen Vermögensgegenstand des Anlagevermögens führt, sind diese linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben, wobei die Nutzungsdauer üblicherweise mit 3 Jahren anzusetzen ist, vergleichbar mit der Standard-Software für Computer.

Davon bleiben jedoch die Kosten für den Erwerb einer Domain ausgenommen, die zwar ebenfalls als immaterielle Wirtschaftsgüter in der Bilanz zu aktivieren sind. Es handelt sich jedoch insoweit regelmäßig um Kosten für ein nicht abnutzbares Wirtschaftsgut (BFH vom 19.10.2006, III R 6/05), so dass weder handelsrechtlich noch steuerrechtlich eine Abschreibung vorzunehmen ist.

Kosten für Anpassung und Aktualisierung

Bei den Kosten für die Anpassung und Aktualisierung einer Webseite an veränderte Entwicklungen im oder außerhalb des Unternehmens handelt es sich dagegen um sofort abzugsfähige Betriebsausgaben, soweit es sich hierbei nicht um Kosten für eine Erweiterung der Internetseite handelt. Das gleiche gilt für eine Aktualisierung der Programme, die der Webseite oder dem Online-Shop zugrundeliegen. Auch insoweit handelt es sich um sofort abzugsfähige Betriebsausgaben.

Davon sind jedoch solche Kosten abzugrenzen, die für die inhaltliche oder technische Erweiterung an Dritte ausgegeben werden. Hierbei handelt es sich um nachträgliche Anschaffungskosten, die genauso wie die Kosten für die erstmalige Erstellung der Webseite zu aktivieren sind. Dies ist z.B. der Fall, wenn die bislang rein informative Internetseite eines Unternehmens um einen Online-Shop erweitert wird.

Rechtssichere Gestaltung einer Webseite

Die rechtlichen Fallstricke sind beim Online Marketing mittels Webseiten nicht zu unterschätzen. Wer im Internet online Waren oder Dienstleistungen anbietet, muss eine Vielzahl von Vorschriften und Rahmenbedingungen beachten: angefangen bei Namens- und Persönlichkeitsrechten über Urheber-, Wettbewerbs- und Strafrecht bis hin zu den Gesetzen über Tele- und Mediendienste. Alle Fragen rund um die eigene Homepage werden sachlich präzise, aber dennoch leicht verständlich beantwortet.

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