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Eine Bilanz ist eine rechtlich verpflichtende Erklärung eines Einzelunternehmers oder Unternehmens über das Einkommen in einem Wirtschaftsjahr sowie über das Aktiv- und Passivvermögen zum Ende des Wirtschaftsjahres. Je nach Unternehmensart können Unternehmen zur Bilanzierung verpflichtet sein. Die Bilanz wird auf Basis der Buchführung erstellt, wobei hierbei die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung zu beachten sind. Kleinunternehmer und Freiberufler sind in der Regel von der Bilanzierungspflicht befreit, müssen aber für steuerliche Zwecke eine jährliche Einnahmen-Überschussrechnung beim zuständigen Finanzamt einreichen.

Buchführung und Bilanz

Eine Bilanz ist das Ergebnis der laufenden Buchführung während des Geschäftsjahres, die unter Berücksichtigung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung vorzunehmen ist. Darunter versteht man die vollständige, anhand von Belegen zeitlich und sachlich geordnete Aufzeichnung der Geschäftsvorgänge in einem Unternehmen. Bilanzierungspflichtige Kaufleute oder Unternehmen können hier eine passende Buchhaltungssoftware finden.

Gliederung einer Bilanz

Die Bilanz gliedert sich in Aktivvermögen (Aktiva) und Passivvermögen (Passiva). Beim Aktivvermögen handelt es sich um die Summe der Vermögensgegenstände bzw. Wirtschaftsgüter, die auf der Soll-Seite der Bilanz (= links) ausgewiesen werden. Unter Passiva auf der Haben-Seite einer Bilanz (= rechts) weist der Unternehmer oder das Unternehmen die Summe des zur Verfügung gestellten Kapitals aus. Insgesamt lässt sich anhand der Bilanz erkennen, welche Vermögensgegenstände und Wirtschaftsgüter das Unternehmen zum Stichtag der Bilanz besitzt und wie diese finanziert wurden.

Funktion der Bilanz

Eine Bilanz erfüllt drei wichtige Funktionen, unabhängig davon, nach welchen Grundsätzen sie erstellt wird:

  1. Dokumentation,
  2. Gewinnermittlung und
  3. Information

Die Funktion der Information wird in Deutschland und international durch die Verpflichtung zur Veröffentlichung der Bilanz (= Offenlegungspflicht) gewährleistet.

Arten von Bilanzen

Je nach Zweck und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Regelungen sind verschiedene Arten von Bilanzen zu unterscheiden, so z.B. die Handels- und Steuerbilanz. Ferner ist zu unterscheiden, ob die Bilanz im Bundesanzeiger zu veröffentlichen ist oder nur für interne Zwecke dient. Letzteres kommt vor allem im Controlling zum Einsatz, um eine Kontrolle der jeweiligen Einnahmen und Ausgaben einer einzelnen Abteilung oder eines Unternehmensteils vorzunehmen. Nachfolgende Arten von Bilanzen findet man regelmäßig in der Praxis:

1. Handelsbilanz – Steuerbilanz

Alle bilanzierungspflichtigen Unternehmen sind verpflichtet eine Handelsbilanz und eine Steuerbilanz zu erstellen. Während die Handelsbilanz unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen des HGB erstellt wird, müssen bei der Steuerbilanz spezifische Steuergesetze beachtet werden.

2. Einzelbilanz – Konzernbilanz

Die Einzelbilanz muss für ein einzelnes Unternehmen erstellt werden. Demgegenüber beschreibt die Konzernbilanz die aktuellen Vermögenswerte und Erträge des gesamten Konzerns.

3. Sonderbilanzen

Sonderbilanzen müssen zu besonderen Anlässen erstellt werden. Dazu gehört beispielsweise die Eröffnungsbilanz zu Beginn des Unternehmens (z.B. die Eröffnungsbilanz einer GmbH), die Auseinandersetzungsbilanz bei Beendigung einer Personengesellschaft oder die Aufgabebilanz bei Aufgabe des Einzelunternehmens. Ferner gibt es die Liquidationsschlußbilanz bei Beendigung einer Kapitalgesellschaft (z.B. zum Abschluss der Liquidation einer GmbH.

4. Quartalsberichte

Laufende Quartalsberichte mit entsprechender Bilanz werden insbesondere durch börsennotierte Unternehmer während des Geschäftsjahres erstellt.

Grundlagen ordnungsgemäßer Bilanzierung

Die wichtigsten Grundlagen ordnungsgemäßer Bilanzierung werden durch das HGB und die Steuergesetze geregelt. International spielt auch das Regelwerk IFRS eine wichtige Rolle. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass sich diese von den nationalen Regelungen zur Bilanzierung teilweise deutlich unterscheiden.

Bilanzierungspflicht in Deutschland

Bei der Frage der Bilanzierungspflicht ist vor allem die Rechtsform des Unternehmens entscheidend, wobei zwischen folgenden Rechtsformen zu unterscheiden ist:

a) Freiberufler

Freiberufler sind grundsätzlich von der Bilanzierungspflicht ausgenommen, d.h. diese müssen nur dem Finanzamt eine jährlche Einnahmen-Überschussrechnung vorlegen.

b) Einzelkaufleute

Kaufleute unterliegen der Bilanzierungspflicht, sofern ihr jährlicher Umsatz an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen die Schwelle von 600.000 Euro oder der Gewinn an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen die Schwelle von 60.000 Euro übersteigt.

c) Personengesellschaften (OHG, KG)

Personengesellschaften unterliegen grundsätzlich der Bilanzierungspflicht.

d) Kapitalgesellschaften (GmbH, UG)

Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, UG haftungsbeschränkt) müssen eine jährliche Bilanz erstellen und auch im Bundesanzeiger veröffentlichen, sofern es sich nicht um eine Kleinstkapitalgesellschaft handelt. Je nach Größe der Gesellschaft muss die Bilanz zusätzlich durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft werden.

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