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Nach dem Artikel über die Suche des richtigen Rechtsanwalts widme ich mich heute der Frage, ob und wann ein Steuerberater für Existenzgründer, junge Unternehmer oder ertragsstarke Unternehmen sinnvoll bzw. erforderlich ist.

Unterschiede zwischen Rechtsanwalt und Steuerberater

Während die Suche nach dem richtigen Rechtsanwalt in erster Linie von dem Problem bzw. von der Art des Rechtsstreits abhängig ist, wird ein Steuerberater in den meisten Fällen eingeschaltet, um die private Einkommensteuererklärung bzw. die laufenden Steueranmeldungen  und -erklärungen für das Unternehmen anzufertigen und fristgerecht beim Finanzamt einzureichen. Auch bei notwendigem Rechtsschutz im Steuerrecht, insbesondere für den Einspruch gegen einen Steuerbescheid, kann der Steuerberater hilfreich sein. Da ich als Rechtsanwalt selbst überwiegend im Steuerrecht und steuerberatend tätig bin, weiß ich aus langjähriger Erfahrung, dass das Verhältnis zwischen Steuerberater und Mandant in der Regel deutlich enger und vertrauensvoller ist als zu einem Rechtsanwalt, der meistens nur zu bestimmten Anlässen einzeln beauftragt wird. Bei vielen Mandanten bin ich – wie viele andere Steuerberater auch – für alle möglichen Fragen – auch außerhalb des Steuerrechts – erster Ansprechpartner oder derjenige, die ein Problem erkennen. Nicht selten unterschätzen Existenzgründer und junge Unternehmer den Nutzen eines Steuerberaters zu Beginn der Selbständigkeit, während die Kosten einer Steuerberatung sehr oft überschätzt werden. Natürlich gibt es auch unter den Steuerberatern und Rechtsanwälten im Steuerrecht schwarze Schafe.

Wann ist ein Steuerberater sinnvoll?

Die Höhe des Einkommens ist sicherlich eine der zentralen Aspekte, die darüber entscheiden, ob die Beauftragung eines Steuerberaters sinnvoll ist oder nicht. Wer nebenberuflich nur ein kleines Gewerbe mit vierstelligen Umsätzen betreibt, wird aus meiner Sicht keinen Steuerberater benötigen, es sei denn, die private Sitution rechtfertigt dies wegen anderweitigen hohen Einkünften. Wer dagegen eine Kapitalgesellschaft gründet, sei es eine Unternehmergesellschaft oder eine GmbH – tut besser daran, von Anfang an die steuerlichen Pflichten in die Hände eines Steuerberaters oder erfahrenen Rechtsanwalts für Steuerrecht zu legen. Das Gleiche gilt für diejenigen, die sich mit dem deutschen Steuerrecht überhaupt nicht auskennen und schon Probleme damit haben, zwischen Betriebsausgaben und privat veranlassten Kosten zu unterscheiden. Auch wenn der Steuerberater heutzutage dank moderner Kommunikationsmittel nicht mehr unbedingt in der Nachbarschaft sitzen muss, ist es in vielen Fällen hilfreich, wenn wenn beispielsweise bei einem Unternehmen in Wildeshausen auch der Steuerberater oder das Steuerberatungsunternehmen seinen Stammsitz in Wildeshausen hat.

Kosten gem. Steuerberatervergütungsverordnung

In jedem Fall ist zu empfehlen, die Höhe der anfallenden Gebühren für Buchführung, Lohnabrechnungen, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen vorab zu klären und idealerweise in der Vereinbarung schriftlich festzuhalten, um Mißverständnisse oder Überraschungen zu vermeiden. Die aktuelle Steuerberatervergütungsverordnung bestimmt zwar, wie hoch die erhobene Gebühr des Steuerberaters minimal als auch maximal sein darf, aber sowohl der Steuerberater als auch der Rechtsanwalt haben hier einen großen Ermessensspielraum. Darüber hinaus besteht zwar in jedem Einzelfall die Möglichkeit, die Gebühr durch einen gesonderte Vereinbarung festzulegen. Ganz entscheidend ist hierbei der zeitliche Aufwand, der für die Buchung der einzelnen Belege, für die Erstellung des Jahresabschlusses und für die Anfertigung der Steuererklärungen benötigt werden.

Lohnsteuerhilfevereine

Lohnsteuerhilfevereine sind die richtigen Ansprechpartner, wenn das eigne Einkommen größtenteils aus nichtselbständiger Arbeit resultiert und die Einkünfte aus anderen Einkunftsarten nicht über 13.000 Euro (bei Ledigen) bzw. nicht über 26.000 Euro (bei Ehepaaren) liegt. In diesen Fällen kann ein Lohnsteuerhilfeverein die günstigere Alternative zum Steuerberater sein. Hierfür muss man allerdings Mitglied im Verein sein und einen Jahresbeitrag zahlen.

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