Besteuerung der GmbH

Für die Besteuerung der GmbH gilt wie bei allen Kapitalgesellschaften das Trennungsprinzip, d.h. es wird zwischen dem Gewinn der GmbH und den Einkünften der Gesellschafter unterschieden. Die Besteuerung der GmbH erfolgt also direkt, gesondert und getrennt von den Gesellschaftern.

Inhalt:

1. Besteuerung der GmbH
2. Beginn der Steuerpflicht der GmbH
3. Bemessungsgrundlage bei Besteuerung der GmbH
4. Körperschaftsteuersatz
5. Gewerbesteuer

1. Besteuerung der GmbH

Eine Kapitalgesellschaft mit Geschäftsleitung oder Sitz im Inland ist unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig gem. § 1 KStG. Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Körperschaftsteuer ist gem. § 7 Abs. 1 KStG das zu versteuernde Einkommen der GmbH, das sich zunächst nach den allgemeinen Vorschriften des EStG berechnet, wobei darüber hinaus die besonderen Regelungen des KStG zu beachten sind. Da Kapitalgesellschaften gem. § 6 HGB Kaufleute kraft Rechtsform sind, gelten alle Einkünfte aus dem Betrieb als Einkommen aus Gewerbebetrieb.

2. Beginn der Steuerpflicht der GmbH

Bei der Gründung einer GmbH sind unterschiedliche Phasen zu unterscheiden, wobei die GmbH als solche erst durch Eintragung ins Handelsregister entsteht. Die Vorgründungsgesellschaft bis zur notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages ist weder mit der Vorgesellschaft noch mit der später entstehenden GmbH gleichzusetzen und unterliegt auch nicht der Körperschaftsteuer. In der Regel handelt es sich bei der Vorgründungsgesellschaft um eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Die Vorgesellschaft entsteht mit der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages und bildet auch steuerrechtlich mit der späteren GmbH eine Einheit. Die Besteuerung als GmbH beginnt also mit dem Tag der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages

3. Bemessungsgrundlage bei Besteuerung der GmbH

Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer ist das zu versteuernde Einkommen der GmbH gem. § 7 Abs. 1 KStG, das nach den Vorschriften in §§ 7 bis 22 KStG ermittelt wird. Maßgeblicher Ermittlungszeitraum ist grundsätzlich das Wirtschaftsjahr, das gem. § 7 Abs. 4 KStG auch vom Kalenderjahr abweichen kann, jedoch 12 Monate nicht übersteigen darf.  Das zu versteuernde Einkommen der GmbH ist gem. § 8 Abs. 1 KStG zunächst anhand der Vorschriften des EStG zu ermitteln, wobei die Sonderregelungen des KStG zu beachten sind. Eine Besonderheit im Rahmen der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nehmen die Regeln zur Verdeckten Gewinnausschütung ein. Ausgangsgrundlage für die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer ist der Gewinn der GmbH, der durch Bestandsvergleich gem. § 5 EStG zu berechnen ist. Ausgangsbasis hierfür ist der Gewinn der GmbH, wie er sich aus der Handelsbilanz ergibt. Das Ergebnis der Handelsbilanz wird bereinigt um die Beträge, die der gesellschaftsrechtlichen Ebene zuzuordnen sind, insbesondere Gewinnvorträge oder Verlustvorträge aus den Vorjahren. Ferner muss das handelsrechtliche Ergebnis gem. § 60 Abs. 2 EStDV an die steuerrechtlichen Vorschriften angepasst werden, die bei der Erstellung der Handelsbilanz nicht berücksichtigt wurden. Hieraus ergibt sich die sog. Steuerbilanz.

4. Körperschaftssteuersatz

Das zu versteuernde Einkommen der GmbH ist mit dem Körperschaftsteuersatz zu versteuern, der durch die Unternehmensteuerreform 2008 von 25% auf 15% gesenkt wurde.

5. Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer ist die maßgebliche Einnahmequelle der Gemeinden, die alle Gewerbebetriebe in Deutschland betrifft. Es handelt sich gem. § 3 Abs. 2 AO um eine Realsteuer, mit der die objektive Ertragskraft eines Gewerbebetriebs besteuert wird. Bemessungsgrundlage für die Festsetzung der Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag, der zunächst auf Basis der Vorschriften des Einkommensteuergesetzes (= EStG) bzw. des Körperschaftsteuergesetzes (= KStG) ermittelt wird, aber um bestimmte Beträge vermehrt (= Hinzurechnungen) und vermindert (= Kürzungen) wird. Die Ermittlung der Gewerbesteuer erfolgt in einem zweistufigen Verfahren, wobei das zuständige Finanzamt in der ersten Stufe den Gewerbesteuermeßbetrag festsetzt, der dann unter Heranziehung des Gewerbesteuerhebesatzes der Gemeinde zur endgültigen Gewerbesteuer führt.


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